Gedichte

Ists denn zu glauben
Ölbaum
Die schönste Wiese
Sommerregen
Ihr Berchtesgadener Alpen
Zeitlichkeit
Bange Wahl?
Der Stern von Bethlehem
Langmut
Was ist es?
Bußgedanken über den Zustand der Welt
Gerechter Gott, in was vor Zeiten gerät nicht unser Lebenslauf!
Der Jammer wacht auf allen Seiten, ach Deutschland, tu die Augen auf!
Die Laster werden Ruhm und Mode, die Jugend wächst in eignem Sode.
Die Greise treiben Barbarei;
Man hält die Frömmigkeit vor Schande, jagt Liebe und Wahrheit aus dem Lande
Und macht die Unschuld vogelfrei.

Wie, wo und wenn ich nun erbleiche, verrückt, vernünftig, bald und spät,
Durch Alter, Eisen oder Seuche, so gelte dieses mein Gebet.
Damit gedenkt mein ruhig Herze, bei allgemein- und eignem Schmerze,
Es könn ihm nichts zu nah geschehn.
Mein Mittler, laß den Mut nicht sinken: Du bist wohl kaum so schnell im Winken
Als ich begierig, dich zu sehn.

9.April 1720 Johann Christian Günther (1695 - 1723), Arztsohn aus Schlesien, ein glückloser Vagant. Dichter des Barock.