Coronavirus – die Italiener singen, in Deutschland wird die Familie ausgeschaltet?

Eine nunmehr praktizierte Form der Verhinderung der Verbreitung des Coronavirus ist die Isolierung von Menschen.Und ich werde mich davor hüten, gegen die vielen gut überlegten Entscheidungen in Frankfurt/Oder, im Land Brandenburg oder Deutschland auch nur ein bisschen zu polemisieren. Vertrauen in die Institutionen ist gerade in schweren Zeiten erste Bürgerpflicht. Doch gerade deshalb müssen wir uns bei allen Entscheidungen fragen, ob wir wissen, was wir tun. Um die richtigen Konsequenzen ziehen zu können. Die schwierige und im Wesentlichen wohl auch selbstverschuldete Lage der Italiener kennen wir alle. Dennoch sage ich mit großer Bewunderung, von den Italienern lernen, heißt mit der Quarantäne umgehen zu lernen. Sie leben auf staatliche Anordnung quasi nur noch in ihren Wohnungen. Aber sie singen. Zu festen Zeiten stehen sie auf den Balkonen, ganze Straßen singen, angeblich besonders intensiv ihre Nationalhymne – da fällt mir Gianluigi Buffon von Juventus Turin ein, der durch seinen intensiven Einsatz beim Singen der Nationalhymne unsere Fußballhelden schon vor Beginn eines Länderspiels schwach aussehen ließ. Ob das mit dem Singen in Deutschland klappt, weiß ich nicht. Manfred Stolpe sang bei vielen Gelegenheiten mit einer gewissen Leidenschaft die Landeshymne “ Märkische Heide” und schuf dadurch ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Er kann das aber nicht mehr. Soziale Isolation kann ältere Menschen krank machen. Gleiches gilt auch für Kinder und Jugendliche. Sehr kurz gesprochen und da würde ich mir doch den Beitrag eines Fachmannes auf diesem Blog wünschen: Interaktion stärkt das Herz und das Immunsystem. Die Gesundheitsminister aller Bundesländer empfehlen, den Umgang von Enkelkindern mit ihren Großeltern zu vermeiden. Schwierig gerade auch für berufstätige Eltern, die angesichts geschlossener Kitas und Schulen ihre Kinder bei den Großeltern nur mit schlechtem Gewissen “parken” können. Wenn dann etwas passiert? Was sagen die Nachbarn? Vielleicht wäre das auch für ein durchgeknalltes Jugendamt der noch fehlende Mosaikstein. Die Großeltern gefährden dabei gar nicht ihre Enkel, da Kinder angeblich eine Infektion im Normalfall gut wegstecken. Durch die “Umgangssperre” sollen vielmehr die Alten geschützt werden, die bei einer Infektion stark gefährdet sind. Sehr zugespitzt, was ist schlimmer für die Großeltern, die soziale Isolation oder die Gefährdung durch das Virus. Oder gibt es ein sowohl als auch? Wir sollten überlegen, welche Möglichkeiten bestehen, den Umgang der Enkel mit den Großeltern zu organisieren, ohne Ächtung durch die Gesellschaft und ohne deren Gefährdung. Ich will es nicht damit bewenden lassen, dass Großeltern selbst entscheiden sollten, was sie sich zumuten wollen und ihre gut gemeinte Ausschaltung den Hauch einer Altersdiskriminierung in sich birgt. Lassen wir diesen ideologischen Anwurf lieber weg. Besteht die Möglichkeit, dass die Enkel mit ihren Großeltern gemeinsam auf längere Zeit in ihren Wohnungen oder auf ihren Eigenheimgrundstücken isoliert werden, so dass die von der Gesellschaft dringend benötigten und gestressten Eltern unbelastet ihrer Arbeit nachgehen können? Natürlich ist es in vielen Fällen so, ist die Wahrscheinlichkeit zumindest gegenwärtig gering, dass gesund wirkende Kinder tatsächlich mit dem Virus infiziert sind. Schließlich sind Großeltern in der Regel fit, gesunder Stress durch Enkel ist vielleicht sogar hilfreich. Die Unterbringung bei den Großeltern stoppt die Verbreitung des Virus vielleicht auch besser als die Hilfe von Eltern, die sich mit anderen bei der Betreuung ihrer Kinder zusammen tun – selbst wenn das natürlich auch eine Option wäre.

Deshalb liebe Gesundheitspolitiker, konsultiert die Familienpolitiker und sucht ganz schnell und möglichst gestern Wege, wie die Familie nicht getrennt sondern gemeinsam den Kampf gegen Corana aufnimmt. Und sorgt für finanzielle Anreize …! Über all das und viel mehr sollten wir miteinander sprechen. Meine These: Die Einfriedung des Virus soll die Familie stärker machen. Machen wir aus der Not eine Tugend.

Reinhart Zarneckow

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