Coronaviren, Demokratie, Atemschutz – es könnte so einfach sein

“Atemschutz selber machen” von Bettina Zarneckow ist der einsame Renner unseres Blogs.

Jedermann weiß inzwischen, dass die Coronaviren nicht durch die Luft fliegen sondern als Tropfen Infektion über Nase oder Mund auf den Gegenüber übertragen werden. Die vielen Viren sich also in den winzigen Tropfen befinden können, die beim Atmen, Husten oder Räuspern ausgestoßen werden. Ein Mundschutz verhindert, daß Mund oder Nase angefasst werden. Und der Mundschutz aus einem Nylonstrumpf verhindert zu etwa 90% die Verbreitung der winzigen Tropfen. In China ist es seit jeher ein Akt der Höflichkeit , als Kranker einen Mundschutz zu tragen, um andere nicht anzustecken oder auch nur zu belästigen. In der FAZ wurde am 20.3.20 das Bild einer chinesischen Schulklasse gezeigt. Alle Schüler und Lehrer tragen einen Mundschutz.In Tschechien wurde das Tragen eines Mundschutzes angeordnet.Der Marburger Bund – quasi die Gewerkschaft der Ärzteschaft – hat ebenfalls die Anordnung des Mundschutzes angeregt.

Prof. Robert Wieler wurde bei einer Pressekonferenz unter Hinweis auf die Anregung des Marburger Bundes gefragt, warum das Robert Koch Institut nicht die Anordnung des Tragens eines Mundschutzes bei der Bundesregierung angeregt hat. Er verwies darauf, dass durch den “ normalen”Mundschutz der Träger kaum geschützt wird. Mit dem Tragen des Mundschutzes sollen sich die Menschen gegenseitig vor den Coronaviren schützen!

Mit Zivilcourage gerade nicht gesegnet würde ich in Deutschland öffentlich einen Mundschutz nicht tragen, weil das zu viel Spekulationen – warum, ist der krank, warum bleibt er nicht zu Hause – ermöglichen würde.Und vermutlich gilt das für viele. Deshalb ist eine Anordnung zum Tragen des Mundschutzes von der mit Einschränkung unserer Grundrechte wahrlich nicht kleinlich umgehenden Regierung notwendig.

Und nun begebe ich mich noch in eine Theorie und hoffe inständig, dass nicht das Wort Verschwörung hinzugefügt wird. In der heutigen Ausgabe der FAZ weist Joachim Müller-Jung auf die Strategien zur Bekämpfung der Pandemie: Verlangsamung oder Eindämmung.

Der Verlangsamung liegt die Prognose zugrunde,, man müsse die Kurve abflachen”. Es würden sich zwar nicht weniger Personen durch die angeordneten Schutzmaßnahmen infizieren.Dafür wird aber die Verbreitung der Viren über einen langen Zeitraum gestreckt, jeder kann so bei Infizierung die Vorzüge des nicht überforderten Gesundheitswesens nutzen. Mir scheint das die vom Robert Koch Institut der Bundesregierung nahegelegte Variante zu sein. Vielleicht unterstützt die Bundesanstalt aber auch nur aus Überzeugung die Politik der Verlangsamung der Pandemie.

Die Eindämmung will die Verbreitung der Viren stoppen, so dass sich niemand mehr ansteckt. Bei streng logischer Betrachtung spricht aus der Sicht insbesondere der derzeit weggesperrten Alten einiges für die Eindämmung.

Bei der Verlangsamung kommt es offensichtlich nur darauf an, dass der Zeitraum für die Erkrankungen gestreckt wird, im Ergebnis sollen 60 bis 70% der Menschen durch ihre Erkrankung immun werden. Auch die Alten ? Oder bleiben diese lieber gesund, weil sie sonst Kandidaten für eine selbstverständlich konzertierte Aktion nach wohin auch immer sind. Hier wünsche ich dringend den mich überzeugenden Widerspruch eines Experten oder eine Beruhigungsspritze.

Die Eindämmung ermöglicht Hoffnung. Unsere Autobauer,nein unsere gesamte Wirtschaft vom Friseur bis zu den Alten werden die nächsten Jahre nicht isoliert oder auf Abstand oder “im stillen Kämmerchen” verbringen können.Die Ostdeutschen haben noch in genauer Erinnerung, was es bedeutet, für Waren anstehen zu müssen. In wenigen Wochen und nicht erst im nächsten Jahr muss unsere Wirtschaft wieder anspringen. Der Staat kann Geld drucken, leider aber keine Waren und Dienstleistungen produzieren, dieser Irrtum unterlief schon der SED. Und dann noch ein Wort zum Präsidenten von Frankreich Macron, aus nationalem deutschen Interesse übergehe ich einen sensiblen anderen Präsidenten. Frankreich befindet sich im Krieg gegen einen unsichtbaren Gegner, heißt es bei ihm. Krieg bedeutet Kriegswirtschaft und ist der Vater der Planwirtschaft. Und da bin ich schon bei der gescheiterten Diktatur des Proletariats und fordere Vergangenheitsbewältigung. Die Bundeskanzlerin hat wohlweislich andere Worte benutzt.

Und deshalb, liebe Frau Bundeskanzlerin, liebe Mitbürger, lasst es uns doch vor allen martialischen Entscheidungen zur Eindämmung von Grundrechten mit dem demokratischen Mundschutz für alle versuchen, der uns die Wiederaufnahme unseres gewohnten Lebens ermöglichen wird. Und nicht zu vergessen auch unserem sehr leise gewordenen Verfassungsschutz, der sich hoffentlich bisher zu nichts hat hinreißen lassen und beim Flügel geblieben ist, aus der Bredouille hilft. Natürlich ist mir die Sache mit dem Mundschutz etwas peinlich – bin ich richtig, so einfach kann die Lösung doch nicht sein? Und dann noch das ganze drumherum meiner Überlegungen.Aber ich kann leider nicht anders und bitte alle um Nachsicht.Und ein bisschen lustig, nennen wir es Galgenhumor, finde ich es auch.

Fazit: Ich weiß jetzt, was eine fixe Idee ist. Und ich schätze die Arbeit unserer Regierung – wir ergänzen uns.

Reinhart Zarneckow

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