Warten auf Hermes, den Götterboten.

Eine Einladung zum Nachdenken – und gerne zum Gespräch!

Von Christoph Ehricht

Im Jahr 1900, also pünktlich zum Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts hat der Theologe und Philosoph Wilhelm Dilthey einen programmatischen Aufsatz veröffentlicht, in dem er die Profession des Götterboten Hermes untersucht. Der Titel des Aufsatzes lautete: „Die Entstehung der Hermeneutik“. Ich will den Inhalt hier gar nicht referieren. Der sehr anregende Text ist leicht zugänglich im Netz.

Die leitende Frage des Aufsatzes ist: Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit Verstehen möglich wird? Die Antworten darauf, aber vor allem die Frage selbst waren inspirierend für viele Denker der folgenden Jahrzehnte. Zwei von denen, die weiter darüber nachdachten, sind Martin Heidegger und Hans-Georg Gadamer, die den Lesern dieses Blogs bereits bekannt sind. Unter den Theologen ist es vor allem Rudolf Bultmann gewesen, der im Gespräch mit Heidegger in Marburg – solange dieses Gespräch möglich war! – über das Geheimnis des Verstehens nachdachte und die Wahrheit über Gott und die Welt in den alten Mythen aufdecken, entschlüsseln und verstehen wollte.

Diltheys Fragestellung muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Bedingungen, damit Verstehen möglich wird – möglich, das heißt die Verwirklichung der Möglichkeit steht dann noch auf einem anderen Blatt! Wirkliches Verstehen bleibt immer ein unverfügbares Geschehen, fast ein Wunder. Nicht von ungefähr hat die Mythologie darum den Götterboten auf den Weg geschickt, der uns Irdischen die Sprache lehrt, in der die Entscheidungen und Vorgänge auf dem Olymp erklärt und verstehbar werden können. Die Gestalt des griechischen Götterboten Hermes ist übrigens in der Mythologie verschmolzen mit dem altägyptischen Gott Thot und wurde zu Hermes Trismegistos. In dessen Überlieferung entstand das „corpus hermeticum“, das hermetische Schrifttum, geheime, hermetisch abgeschlossene Weisheiten, die nur Eingeweihten zugänglich sind.

Dass es kein sicheres Patentrezept, keine Garantie für verwirklichtes Verstehen gibt, erfährt jeder, der sich um das Verstehen des eigenen Partners oder der Zeitläufte oder der eigenen Lebensgeschichte bemüht. Exemplarisch werden mir die Schwierigkeiten deutlich, wenn ich mich in einer der beiden mir halbwegs zugänglichen fremden Sprachen bewege. Die „Bedingungen für die Möglichkeit des Verstehens“ sind ein einigermaßen verfügbarer Fundus an Vokabeln, ein Grundgerüst der Kenntnis grammatikalischer Regeln und Strukturen und ein Gespür für das, was in den gesprochenen oder aufgeschriebenen Worten und Sätzen mitschwingt. Das alles sind – in der Sprache der mathematischen Logik gesprochen – „notwendige Bedingungen“ für das Verstehen. Ich stelle dabei aber oft fest, wie wichtig und entscheidend es neben allen erlernbaren handwerklichen Fähigkeiten ist, dass ein Text mich berührt oder dass mein Gesprächspartner mir sympathisch ist, ich Angst und Scheu überwunden und Vertrauen zu ihm habe und das sichere Gefühl gegenseitigen Interesses. Das kann ich nicht lernen und nicht machen, aber erst dann können auch die „hinreichenden Bedingungen“ erfüllt werden. Dann erst gelingt wirkliches Verstehen. Ich vermute übrigens, dass diese Beobachtungen in gleicher Weise am Ende auch gelten, wenn ich mich um Verstehen in meiner Muttersprache bemühe.

In dem Zusammenhang und ganz am Rande fällt mir die Anekdote ein, die von Kaiser Karl V. erzählt wird. Er soll gesagt haben: „Wenn ich zu Gott bete, spreche ich spanisch. Mit meiner Geliebten italienisch. Mit meinen Freunden spreche ich französisch, mit meinen Pferden deutsch.“ Ob Martin Luther diese Geschichte kannte und seinen Kaiser eines Besseren belehren wollte? Und so zu einem großen Hermeneuten wurde?

Aber kehren wir nach diesem kleinen Ausflug zurück zum Götterboten Hermes. Wie schwer und anspruchsvoll die „Hermeneutik“ ist, also das Herausfinden und Erfüllen der Bedingungen, die Verstehen möglich machen, erleben wir in Krisenzeiten mit besonders unbarmherziger Deutlichkeit. Ehepaare oder Eltern und Kinder können ein Lied davon singen. In der Regel ist es kein fröhliches Lied. Vieles kommt zusammen – enttäuschtes Vertrauen, das Gefühl des Betrogenseins, Zukunftsangst, schmerzliche Erinnerungen an eine unwiederbringlich verloren gegangene harmonische Zeit. Wichtig ist, dass wir uns in solchen Krisen nicht selbst und nicht gegenseitig überfordern, sondern die Spannungen erst einmal geduldig aushalten. Und die Zuversicht nicht verlieren, dass auch wieder bessere Zeiten kommen werden. Wichtig sind nicht zuletzt Freunde, die zuhören und nicht mit Ratschlägen schlagen. Sie können zu Götterboten werden.

Und wie ist es mit dem Erleben unserer gegenwärtigen Coronakrisenzeit? Vielen, den Schreiber dieser Zeilen eingeschlossen, erscheint unsere Welt in mancherlei Hinsicht mehr und mehr auch als „corpus hermeticum“. Das Coronavirus ist wohl nur eine Art Katalysator dafür. Es schwächt mein Vertrauen in die meisten Erklärungs- und Deutungsmuster, ja, in die Verlässlichkeit von Wissenschaft, Medien und Politik überhaupt. Es macht mir Angst vor der Zukunft. Wehmütig denke ich daran zurück, wie es früher war, als ich Konzerte besuchen und mich hinterher ungezwungen mit Freunden treffen konnte, als in der Kirche das Singen erlaubt war, als ich ungehindert Menschen in ganz Europa und in Israel besuchen konnte. Beklommen stelle ich mir vor, was in den Seelen von Kindern passiert, wenn sie sich die Maske aufsetzen müssen, um einigermaßen am Alltag teilzuhaben.

Und doch – war da tief innen in mir nicht bereits lange vor Corona das bange Gefühl oder die Ahnung, dass es nicht in Ordnung war und nicht von stabiler Dauer sein konnte, was mir das Leben lebenswert machte? Dass ich auf Kosten anderer, von vier Fünfteln der Menschheit und nicht zuletzt auch meiner Enkel lebe? Auf Kosten der wunderbaren Schöpfung? Dass ein Geld die Welt regiert, das gar nicht mehr in realer Wertschöpfung verankert ist, sondern in mehr oder weniger windigen Spekulationen? Wie ohnmächtig ich mich fühlte, wenn ich an den Skandal dachte, dass in unserem so modernen und aufgeklärten Land die Bildungschancen von Kindern maßgeblich von ihrer sozialen Herkunft bestimmt werden? Wie meine eigene Meinungs- und Urteilsbildung immer wieder vom Gift der Verlogenheit und Heuchelei angegriffen wurde? Wie hilflos und wütend – ohnmächtig mich die Bilder ertrinkender Flüchtlinge im Mittelmeer machten?

O weh, ich muss mich bremsen! Wie leicht und mühelos sich diese Aufzählung beklemmender, bohrender und gern unterdrückter Fragen doch fortsetzen lässt…

Darum zurück zu Diltheys Frage: welche Bedingungen müssen gefunden und erfüllt werden, damit Verstehen wenigstens möglich wird? Ganz ehrlich: ich habe im Moment keine Antwort darauf, wie die aktuelle Krise zu verstehen ist und wie es weitergehen wird. Und ebenso ehrlich gesagt sind mir von den Entscheidungsträgern, Vordenkern und Meinungsbildnern zur Zeit die am glaubwürdigsten, die ihre eigene Unsicherheit und Ratlosigkeit offen zu erkennen geben. Noch einmal: es gibt kein sicheres Patentrezept und mit Gewalt oder mit fragwürdigem Geld in astronomischen Größenordnungen von Milliarden und Billionen allein lässt sich die Krise bestimmt nicht lösen.

Diese Nüchternheit mag eine der notwendigen Bedingungen sein, die wir herausfinden und erfüllen lernen müssen, wenn wir verstehen wollen, was gerade geschieht. Zu den hinreichenden Bedingungen dürfte gehören, dass der Abschied von vielen Illusionen angesagt ist. Nicht alles ist verfügbar und machbar. Wir werden kleinteiliger leben und denken lernen müssen. Irgendwie freue ich mich sogar darauf.

Und noch weitere hinreichende Bedingungen gibt es. Mit dem klugen Kirchenvater Augustin müssen wir zum Beispiel den Unterschied von securitas und certitudo, Sicherheit und Gewissheit neu buchstabieren lernen. Sicher können wir wohl auf absehbare Zeit des Verstehens (und Beherrschens!) unserer Welt kaum sein, wenn wir es je sein konnten. Aber gewiss können wir sein, dass auch diese Krise einen Sinn hat und einmal überwunden sein wird. Dann werden wir das Wichtigste gewinnen – Gelassenheit und langen Atem. Sie sind ebenso gefragt wie angstfreie Sympathie füreinander und für unsere kostbare Welt, wie die Einsicht, dass in dem lange aus der Mode gekommenen, jetzt aber zu neuem Leben erwachten Wort Demut vor allem das Wort Mut enthalten ist. Das Wort sollte zum unverzichtbaren Vokabelschatz der Sprache gehören, in der wir neues Verstehen lernen können.

Es ist wohl so: geduldig müssen wir auf den Lehrer dieser Sprache, auf Hermes, den Götterboten warten. Er wird kommen, wann und wie auch immer. Das ist gewiss. Oder ist er schon längst mitten unter uns?

Link zu Wilhelm Diltheys „Die Entstehung der Hermeneutik“ https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/ERZIEHUNGSWISSENSCHAFTGEIST/HermeneutikDilthey.shtml

Der Verfassungsschutz, Herr Kalbitz und die AfD

Der Bundesvorstand hat die Mitgliedschaft eines Herrn Kalbitz in der AfD für nichtig erklärt. Bei Herrn Kalbitz handelt es sich um den Fraktionsvorsitzenden der AfD im Brandenburgischen Landtag und nunmehr ehemaligen Vorsitzenden des Landesverbandes. Der Sprecher des Bundesvorstandes Meuthen ist also dabei, seine AfD zu säubern. Dann sollte aber auch ihre politische Quarantäne beendet werden. Dazu sinne ich jedermanns Zustimmung an. Auch die des Herrn Ministerpräsidenten Söder aus Bayern, der die AfD für die nahe Zukunft als Wrack ausgemacht und diese Erkenntnis in die Welt gepostet hat. Solche „bad news“ schwächen angeblich die AfD, weil kein vernünftiger Mensch auf einem Wrack bleiben wird.

Die Wiederaufnahme von Herrn Meuthen in den Kreis geschätzter Gesprächspartner würde zwar die Diskussionen in den mehrstimmigen Chören der Talkshows nicht spannender machen. Aber in der Partei könnte durch Säuberungsaktionen wie der a la Meuthen die Spreu vom Weizen getrennt werden. Mitglieder würden ihm die Aufhebung der Quarantäne sicherlich danken. Insbesondere die Beamten unter den Mitgliedern würden aufatmen, weil sie sich ihrer Verfassungstreue aufgrund der Ermittlungen des Verfassungsschutz nicht mehr sicher sein können. So wohl der Plan.

Es gibt zwei Punkte, die bedenklich stimmen. Es gibt Experten, die eine rechtsextremistisch getönte “Spreu” insbesondere bei den ostdeutschen Landesverbänden ansiedeln. Manche prognostizieren wegen der Säuberungsaktion des Herrn Meuthen eine Spaltung der AfD, weil die Ostdeutschen ihren Herrn Kalbitz aus Bayern, verheiratet mit einer Britin und Vater von zwei Kindern, behalten wollen. Herr Meuthen sieht das nicht so.

Es gibt einen weiteren Punkt der stört. Herr Meuthen beruft sich ohne Nennung der Quelle in der Sendung Maischberger auf Informationen von Mitte April 20, die zu den Untersuchungen des Bundesvorstandes mit dem Ergebnis des Ausschlusses von Herrn Kalbitz aus der AfD führten. Herr Kalbitz sei ein guter Mann, er habe aber seine Mitgliedschaft in der HDJ (Heimattreue Deutsche Jugend, rechtsextremistische Organisation, 2009 verboten) verschwiegen, wäre bei Kenntnis von ihr nie Mitglied geworden, seine Aufnahme sei deshalb nichtig, so der für Recht und Ordnung gerade stehende und die Angelegenheit angeblich keinesfalls politisch betrachtende Herr Professor Meuthen.

Tatsächlich liegen Indizien für eine wohl spätestens 2009 beendete Mitgliedschaft in dieser neonazistischen Jugendorganisationen vor. Eine solche Mitgliedschaft wird in dem Gutachten des Bundesverfassungsschutzes, Stand 15.1.2019 – geheime Verschlusssache, nur für den Dienstgebrauch, ins Netz gesetzt durch netzpolitik.org – noch nicht erwähnt. Dafür aber nach Presseberichten wohl in einem späteren Gutachten von März 2020. Jedenfalls hat Herr Kalbitz offenbar in Kenntnis der Berichte in einem 5 Seiten langen Brief an die Mitglieder des Bundesvorstandes der AfD eine solche Mitgliedschaft und wohl noch einiges andere bestritten, Herr Kolbe sollte seinen Brief veröffentlichen.

Es stört mich, dass der Verfassungsschutz anscheinend nicht nur Nachrichten sammelt und seinem Dienstherren zukommen lässt sondern darüber hinaus Einzelheiten aus Gutachten zur AfD öffentlich werden lässt und so bewusst Politik gestaltet. Oder ist der Verfassungsschutz genauso blind in dieser höchst politischen Angelegenheit wie der Mitarbeiter, der vor einigen Jahren den gerade durch deutsche Rechtsextremisten getöteten Leichnam eines türkischen Mitbürgers beim Verlassen eines Cafes übersah?

Offensive politische Mitgestaltung durch eine angeblich nicht beabsichtigte Beihilfe bei der Teilung der AfD in Ost und West, das ist hier die Frage. Mir erscheint eine extrem rechts verankerte Partei der Ostdeutschen, von den Herren Meuthen, Kalbitz und Höcke vielleicht sogar herbeigesehnt, nicht wünschenswert. Nach 30 Jahren der Überprüfung wegen des Verdachts der Stasikomplizenschaft bitte nunmehr nicht noch die Inszenierung moralischer Aufschreie wegen einer signifikanten Neigung der Ostdeutschen fürs Rechtsextreme in allen Talkshows und wo auch immer bis hin zu den Kirchen. Und der Verfassungsschutz hat mit allem nichts zu tun.

Mir wird das alles etwas viel, zumal noch bis 2030 zehn Jahre der Überprüfung wegen Stasizugehörigkeit für Beamte, Abgeordnete und wichtige Amtsträger bevorstehen. Die Ostdeutschen sind mit Geschichte ausgelastet, sie haben überdies dank 40 Jahren DDR, nein dank auch der Inspiration einiger Bürgerrechtler, eine feine Stasiunterlagenbehörde. Da braucht der Inlandsgeheimdienst nicht draufpacken. Denn es gibt trotz allem noch eine Zukunft, die wir Ostdeutschen in einem demokratischen Rechtsstaat möglichst ohne Anwürfe, Gespenster der Vergangenheit und neue Feindbilder mitgestalten wollen.

Deutschland sollte auf einen politischen Verfassungsschutz verzichten. Ein Verfassungsschutz, der sich anbiedert, um Parteien auf ihre Verfassungstreue zu überwachen, der die notwendige politische Auseinandersetzung in den Parlamenten und anderswo nur behindert. Es ist die Bürgerschaft, die den Bestand des demokratischen Rechtsstaates garantiert. Geheimdienste sind mehr die geborenen Garanten eines Tohuwabohus in ihrer jeweiligen Gesellschaft, weil sie deren Bestimmer weder sein können noch sein sollten. Und die auf einem hohen moralischen Piedestal vegetierenden anderen Parteien sollten sich für ein starkes demokratisches Deutschland in einer gemeinsam mit anderen Staaten gestalteten EU einsetzen. Das wäre eines der Felder für den politischen Streit mit der AfD, nicht aber der erbärmliche Ruf nach ihrer Überwachung durch den Verfassungsschutz.

Und es geschieht ja auch einiges gerade in letzter Zeit durch die Bundesregierung mit dem Blick auf Europa. Aber bitte mit mehr Fanfare und weniger wie die Chamade eines von den anderen Staaten bedrängten Deutschlands, was nicht gut ankommt.

Frau Merkel und Herr Macron wollen im Hinblick auf die Corona Pandemie insbesondere für geschwächte Mitglieder der EU Zuschüsse in Höhe von 500 Milliarden Euro organisieren. 130 Milliarden Euro sind es, für die der deutsche Steuerzahler zwar nicht sofort aber auch nicht in allzu großer Zukunft in Jahresraten ab 2027 einstehen soll. Das wird teuer, ist aber notwendige europäische Zukunftspolitik. Das klingt wie eine Fanfare, sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, bedarf aber einer parlamentarischen Auseinandersetzung, liebe Parteien. So wie der Förster den Wald pflegt, sind diese Zuschüsse Investitionen, die allen und nicht nur dem Exportland Deutschland helfen. Autos kaufen keine Autos, hat ein gewisser Herr Ford vor vielen Jahren gesagt. Aber die Europäer und die ganze Welt sollen deutsche Autos kaufen können. Und die Zuschüsse sollen überdies Vertrauen schaffen in die Institution EU, ihre starken Mitglieder Frankreich und Deutschland und alle Staaten, die diese Politik mitmachen. Eine solch weitsichtige und großzügige Politik ist mit Kleingeistern wie Herrn Meuthen, dessen Blick an der Elbe endet, nicht zu machen. Das alles gehört in die öffentliche politische Auseinandersetzung, darüber ist zu streiten.

Das Bundesverfassungsgericht hat mit seinem Urteil vom 5.5.20 endlich seine Schuldigkeit getan. Dem Europäischen Gerichtshof wurden Grenzen aufgezeigt – nur wo der Bundestag Kompetenzen an Brüssel abgegeben hat, soll der EuGH urteilen dürfen.Und das BVerfG entscheidet, wenn Streit darüber besteht, ob Kompetenzen abgegeben wurden. Nichts ist mehr dran an Geschichten wie der von der Banane, wenn sich Brüssel freiwillig auf das Wesentliche konzentriert und seine Regulierungswut eindämmt.

Wer begriffen hat, dass wir Katastrophen wie der gegenwärtigen Pandemie nur mit einer starken EU und ihren in Solidarität verbundenen selbstbewussten Nationalstaaten begegnen können, sollte die AfD ablehnen, bitte aber mit Argumenten und nicht mit Moralgetue.

Eine gleichsam altruistische Politik ist ohne inner- und außenpolitische Auseinandersetzungen nicht durchzuhalten. Die Deutschen müssen der EU vertrauen. Das zu erreichen sollte im Mittelpunkt von Politik stehen – Vertrauen und Zuversicht schaffen.

Mit der AfD hat das alles durchaus zu tun, sie wird für die scharfe Auseinandersetzung in den Parlamenten, zu der die FDP nicht in der Lage scheint, geradezu benötigt. Beenden wir ihre Quarantäne, warten wir ab, wie sich die AfD dann häutet. Wir sollten kein ”schließt die Reihen” provozieren. Das Gerede vom Reden mit allen ihren Mitgliedern und Wählern auf Augenhöhe verhindert nicht ihre Abkapselung und ist nur allzu plump. Wir müssen schon die AfD selbst als politischen Gegner ernst nehmen, das ist die Erwartung vieler. Die Auseinandersetzung führt zum Gespräch mit dem Anhang der AfD.

Und im übrigen meine ich, mit der AfD müssen die anderen Parteien schon selbst mit den besseren Sachargumenten fertig werden, angesichts eher schlichter Ansagen der AfD bestehen dafür gewisse Chancen. Der Ruf der politischen Konkurrenz nach einer Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz wie zuletzt auf einer Sitzung des Landtages von Brandenburg ist ein Ausdruck von Schwäche.

R.Z.

Gedanken – Wesen

Die Leserin unseres Blogs, Gisela Uhl, übermittelte mir folgenden Text zur Veröffentlichung mit Genehmigung von Frau Sehmsdorf:

Die im letzten Jahr geplante Ausstellung „Wesen“ erweist sich merkwürdig kommentierend auf das, was wir zu diesen Zeiten erleben. Wir sind auf eine bisher unbekannte Weise auf uns zurück geworfen. Wir erfahren unser Wesen als etwas kreatürliches, so wie alle Wesen, die diese Erde bewohnen. Das Wesen unserer Existenz, die Wesen, die unsere Träume und Ängste bevölkern, jenes innere Wesen, welches sich aus jedem von uns merklich herauskristallisiert… das Leben für und an sich steht als großes Rätsel und als große Frage vor uns. Das Verständnis für das Wesen des Eremiten und seines Gegenpols, des Bonvivant, bekommt plötzlich Tiefenschärfe. Irgendwo dazwischen finden wir uns selbst als soziale Wesen, die Sehnsucht nach Berührung und Distanz, nach Gesehenwerden und Tarnung, nach Gespräch und Schweigen, nach Rückzug und Verströmen haben.

Friederike Sehmsdorf, Inhaberin der Galerie Kunst-Kontor in Potsdam zur neuen Ausstellung „Wesen“ (ab 17.05.2020)

Wie wirkt der Text auf Sie, auf Euch? Gedanken und Kommentare können unten ins Kommentarfeld eingegeben werden.

Meine Gedanken dazu sind folgende: Auf mich zurückgeworfen zu sein beängstigt mich nicht. Im Gegenteil. Die Selbstbesinnung empfinde ich als wohltuend. Das ist aber die Ansicht einer Mutter, deren Kinder groß genug sind und für sich selbst Verantwortung tragen. Enkelkinder habe ich noch keine, daher leide ich auch nicht unter deren Entzug. Es ist Frühling, die Natur treibt wohltuende Blüten. Der Verkehr aller Verkehrsmittel ist angenehm beruhigt. In Geschäften muss man sich nicht drängeln. Das Fehlen mal dieser und mal jener Ware stört mich nicht im geringsten, sondern erinnert mich mit einem innerlichen Lächeln an vergangene Zeiten. Die moderne Technik hält so viel an Information und Unterhaltung bereit und man findet ausreichend Zeit zum Lesen. Natürlich fehlt mir auch das zwanglose Treffen mit Freunden, der Sport in meiner Sportgruppe, der spontane Besuch eines Restaurants. Ich sehe die Coronakrise aber als eine Zwangspause die vorübergeht, aus der man vielleicht auch gestärkt, mit Ideen und neuem Elan hervorgehen kann.

Ganz am Anfang ist Adam der einzige Mensch im Paradies. Adam ist einsam – auch das gehört zum Menschsein dazu, weiß die Bibel. Aber sie sagt auch: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. (1.Mose 2)

Ich wünsche allen Gleichmut, Inspiration für den Moment und für die kommende Zeit

Bettina Zarneckow

WIE MAN EINE FLORIERENDE VOLKSWIRTSCHAFT IN DEN RUIN TREIBT

(Gewidmet den Exekutierenden Dr. A. Merkel, P. Altmaier und O. Scholz von Volkswirt Manfred Kannenberg-Rentschler zum „Feiertag“ 8. Mai 2020 in Berlin)

Eine komplett zerstörte Volkswirtschaft habe ich als Dreijähriger zwischen Oder, Elbe und Rhein erlebt. Tabula rasa als Ergebnis eines erbitterten Angriffskrieges des Deutschen Reiches gegen andere Völker. Die Folgen davon bestimmten meine Kindheit, Jugend, Ausbildung Studium und Beruf: Überleben, Verstehen wollen, Konsequenzen ziehen, Wiederaufbauen helfen, Sinngeben.-

Angst ist kein Gefühl, Angst ist ein Geruch“, schrieb Wilfrid Jaensch, der als Dreijähriger das Bombardement eines Flüchtlingszuges aus Schlesien durch Alliierte erlebte und seinen Durst aus dem zerschossenen Wassertank der Lokomotive stillte („Wohin gehen wir?-Immer nach Hause!“ Zum 11. Sept. 2001 in Die Drei 10/2001).

Angst ist seit Wochen wieder im öffentlichen Raum als Geruch. Es ist Krieg, Weltkrieg. Krieg gegen einen feindlichen Virus, der eine ansteckende Krankheit überträgt, die zwar in den allermeisten Fällen harmlos verläuft, aber auch zu schwer verlaufenden Komplikation des Lungensystems bei älteren und schwer Vorerkrankten führen kann und führt. Daraufhin inszenieren die Regierungen und Regenten eine regelrechte Abwehrschlacht gegen die erklärte Bedrohung: Aussperrungen, Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, Reisefreiheit, Versammlungsfreiheit, Aufhebungen der Rechtsverfahren zugunsten behördlicher Anordnungen, Schließung von Betrieben, Schulen, Hochschulen, Kindertagesstätten, Konzerthäusern, Theatern, Gaststätten. Bußgeldandrohungen wer nicht pariert. Lockdown. Als Krönung der Entmündigung die verordneten Gesichtsmasken für jedermensch zu einem Zeitpunkt der längst fallenden Neuinfektionen, aber unter Androhung einer weiteren Ansteckungswelle. Hinter den Masken nun die ängstlichen Gesichter der Ausgesperrten, der um den Arbeitsplätzen oder Betrieb Bangenden, Angststarre im öffentlichen Raum. Und je mehr die Zweifel an dem Sinn des Ganzen durch fundierte fachliche und umfassende Beurteilungen und Prüfungen der Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen werden, desto stärker das Trommelfeuer der regierungsamtlichen Propaganda gemäß der einen staatlichen virologischen Deutung der Statistiken. Solche Bedenken von besonnenen Medizinern, Sozialpsychologen, Pädagogen, werden als verschwörerisch oder unglaubhaft abgetan. „Glauben Sie keinen Gerüchten“ wettert die Erfinderin der „Alternativlosigkeit“ Frau Merkel, wie in einer Selbstgefangenschaft. Die seltenen Gerichtsentscheide für kleinste, regionale Lockerungen des Lockdown werden regierungsseitig abgekanzelt. Die Legislative hat sich abgeschafft, die Verfassungsgerichtsbarkeit duckt sich weg. Der „regime change“ ist perfekt: Anordnungsvollmacht, Infektionsschutzgesetz als Ermächtigungsgesetz.

Für mich am Bemerkenswertesten ist der regierungsamtliche Starrsinn und Befehlston der Exekutiven in der Wirtschaftsfrage, in der sie ebenfalls die Handlungs- und Beurteilungshoheit an sich gezogen hat. Und trotz aller Warnungen von Wirtschaftverbänden, Industrie- und Handelskammern und Fachleuten steuert diese Anmaßung auf schwerste Verwerfungen und Schädigungen des sozialen Organismus hin – sehenden Auges. Fast schon süffisant sprechen verantwortliche Politiker von den schlimmsten Einbußen seit Ende des Ersten Weltkriegs, von Halbierung des Mittelstandes, dessen Wertschöpfung von denselben Politikern noch vor Monaten als Rückgrat der deutschen Wirtschaft gefeiert, von gigantischen Schäden im Herbst d.J..Die Zahl der arbeitslosen Menschen steigt rasant.- Und mit ebenso ahnungslosen wie unverfrorenen Ankündigungen werden Hilfsmaßnahmen des Staates in Aussicht gestellt. „Geld ist genug da“ sagen solche, die eben noch schmallippig von der schwarzen Null als Staatsräson sprachen und jetzt hunderte von Milliarden Hilfen versprechen und aus dem Hut zaubern wollen. Und wer sind die Geldgeber für diese schon schwer überschuldeten Staatshaushalte? Etwa die künftigen Generationen als Zahlungsverpflichtete? Ist es ein Zufall, dass der mit solchen Hilfspaketen in Hessen befasste Finanzminister Thomas Schäfer und einer seiner hochrangigen Beamten sich am Beginn der abzusehenden Wirtschaftszerstörung das Leben genommen haben? – Oder werden die Geldgeber dann die supranational operierenden Hedgefonds Bridgewater oder Blackrock u.a. sein, die sich schon am Beginn der Pandemie aus der Deckung gewagt haben, in dem sie an den Börsen via Leerverkäufen durch Wetten auf den Niedergang Europas Hunderte von Milliarden gewonnen haben. Werden sie ganze marode staatlich heruntergewirtschaftete Volkswirtschaften zum Schnäppchenpreis übernehmen, als Helfer wohlgemerkt? Und könnten es dann diese international agierenden Finanzakteure sein, die den Neustart dirigieren und bestimmen, z.B. durch den Durchmarsch der Digitalisierung, 5G, Big Pharma, Drohnentechnik uvm., bestens vorbereitet durch die Pandemie der Angst und die Heilserwartung aufs Durchimpfen der Weltbevölkerung?

Wer so fragt, kann es derzeit mit dem Staatsschutz zu tun bekommen. Das war ähnlich vor dem Ersten Weltkrieg der Fall, als Kaiser Wilhelm II davon schwärmte, „dass Deutschlands Zukunft auf dem Meere liegt“, um die Kriegs-Flotte auszubauen. Als ihm der „Rinnsteinkünstler“, wie er solche Geistesmenschen nannte, Christian Morgenstern im Entwurf seiner Fastenrede entgegenrief: “Unsere Zukunft liegt immer noch im Geiste.“

*Manfred Kannenberg-Rentschler, geboren 1942 in Stettin, nach einer Industriekaufmannslehre studierte er Volkswirtschaftlehre in Berlin-West, München (1970 Diplom) und Nashville/USA (1968 M.A.), war Ausbilder , schloß sich 1972 dem Institut für soziale Gegenwartsfragen Freiburg-Berlin an und gründete 1976 mit Karl Huober die Bücherei für Geisteswissenschaft und soziale Frage im S-Bahnhof Mexikoplatz, eine Lehr- und Lernbuchhandlung, in Berlin. Er ist Vater von drei Kindern.

Anschwellender Bocksgesang: neu befragt

Helmut Woll

Bremen, den 1.Mai.2020

Botho Strauß hat in seinem provokativen Essay vor über 25 Jahren (1993) eine Kulturdebatte ausgelöst. Statt den Text eingehend zu studieren und zu interpretieren, hat man das klassische Links-Rechts Attacken-Schema bedient, so dass die emotionsgeladene Debatte nach zehn Jahren pflichtgemäß im Sande verlief. Die aufgewirbelten Probleme blieben, sie wanderten von der Feuilleton- zur Politikseite der Zeitungen. Nun ist es fast unmöglich, die heterogenen Bild- und Gedankenvisionen des ‚Anschwellenden Bocksgesanges‘ nachzuzeichnen.

Botho Strauß beklagt in seinem Essay einen Substanzverlust bei den Individuen und in der Gesellschaft. Das Heilige, das Sakrale, das Unsagbare verlässt uns. Er hat das Gefühl, jemand hat den Stecker gezogen. Die Leichtigkeit der liberalen Welt droht zu kippen. Die Stränge drohen zu zerreißen, Kohäsionen lösen sich langsam auf. Die Massendemokratie stößt an ihre Grenzen. Es zerbrechen die Formen, die Zeit läuft aus. Es handelt sich um Verwerfungen größeren Ausmaßes, die von der Wohlstandsgesellschaft nicht mehr überbrückt werden können. Wir wissen nicht mehr, ob wir in der Demokratie oder im Demokratismus leben. Der Ökonomismus kommt an seine Grenzen und degeneriert zu einem reizbaren und nervösen System. Unsere Selbstgefälligkeit versteht die fremden Kulturen nicht mehr. Es ziehen Konflikte herauf, die nicht mehr rein ökonomisch befriedigt werden können. Wir haben sittlich über unsere Verhältnisse gelebt. Unser modernes, egoistisches Heidentum bedarf einer Re-Christianisierung. Die Moralisierung in der öffentlichen Meinung hat die Verhöhnung des Eros, des Soldaten, der Kirche, der Tradition und Autorität bewirkt, sodass man sich nicht wundern muss, wenn mahnende Worte in der Not verpuffen. Die öffentliche Moral hat vor allem die Schlechtigkeit der herrschenden Verhältnisse betont und als Ausweg nur eine profane Eschatologie angeboten, die sturzartig am Zusammenbrechen ist. „Von der Gestalt der künftigen Tragödie wissen wir nichts. Wir hören nur den lauter werdenden Mysterienlärm, den Bocksgesang in der Tiefe unseres Handelns. Die Opfergesänge, die im Inneren des Angerichteten schellen. Die Tragödie gab ein Maß zum Erfahren des Unheils wie auch dazu, es ertragen zu lernen. Sie schloß die Möglichkeit aus, es zu leugnen, es zu politisieren oder gesellschaftlich zu entsorgen. Denn es ist Unheil wie eh und je, die es trifft, haben nur die Arten gewechselt, es wahrzunehmen, es anzunehmen, es zu nennen mit angetönten Namen.“ (Anschwellender Bocksgesang)

Der Liberale ist nicht mehr wirklich liberal, sondern nur ein Gegner des Antiliberalismus, der sich einem Selbsthass verdankt. Die Intellektuellen sind nicht freundlich zu den Fremden, sondern grimmig gegen das Unsrige. Die Freundlichkeit gegenüber dem Nächsten kostet nichts, doch wie belastbar ist diese? Der Zeitgeist steht links, doch links war lange Zeit ein Synonym für das Fehlgeleitete. Rechts sein aus innerer Überzeugung heißt leben in einer tiefen kulturellen Erinnerung. Der Rechte ist ein kultureller Außenseiter. Die lang postulierte gesellschaftliche Jugendlichkeit ist Ausdruck von Negation und Vaterhass. Alle Missstände werden der Gesellschaft in die Schuhe geschoben. Es scheint kein Zurück mehr zu geben. Am Ende zitiert Strauß den französischen Anthropologen René Girard, der in seinem Buch ‚Das Heilige und die Gewalt‘ die Funktion des Ritualmordes für die Gemeinschaft beschreibt. „Der Fremde, der Vorüber-ziehende wird ergriffen und gesteinigt, wenn die Stadt in Aufruhr ist. Der Sündenbock als Opfer der Gründungsgewalt ist jedoch niemals lediglich ein Objekt des Hasses, sondern ebenso ein Geschöpf der Verehrung. Er sammelt den einmütigen Haß aller in sich auf, um die Gemeinschaft davon zu befreien.“ (René Girard)

Die ursprüngliche Fassung des Textes wurde zuerst 1993 in „Der Pfahl. Jahrbuch aus dem Niemandsland zwischen Kunst und Wissenschaft VII“ bei Mattthes & Seitz veröffentlicht. Betrachtet man den Text als ein sprachmächtiges Kunstwerk, war dies der adäquate Ort für die künstlerische und wissenschaftliche Öffentlichkeit. Der Nachdruck vom 8.2.1993 in „Der Spiegel“, einem links-liberalen politischen Massenblatt, rückte den Text gewollt und ungewollt in einen politisch umkämpften Deutungsraum. Durch die Begriffe wie Elite, Wiederkehr der Götter oder Opfertod wurde die Leserschaft provoziert. Botho Strauß, der viel gepriesene linke Dramaturg der 1970er-Jahre der Berliner Schaubühne am Halleschen Ufer, konnte nur noch in die anrüchige rechte Ecke geschoben werden. Dies umso mehr, da für die politische Linke durch die Wiedervereinigung eine ideologische Welt zusammenbrach. Dadurch war es nicht möglich, den eigentlich philosophischen esoterischen Kern des Textes zu erfassen. Die politische Rechte versuchte Botho Strauß in dem Sammelband „Die selbstbewusste Nation“ für sich zu vereinnahmen und blies ebenfalls zur politischen Attacke.

Heute haben wir die Erfahrungen mit einer nicht mehr für möglich gehaltenen Weltfinanzkrise des Jahres 2008 und mit den Fluchtbewegungen der letzten Jahre und der Pandemie und einer neuen Weltwirtschaftskrise. Botho Strauß hat die drohenden Verwerfungen des ökonomischen Systems erahnt. Er hat zudem gefragt, ob wir genügend christliche Substanz haben, um diese Gegenwartsprobleme zu bewältigen. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen bleibt der ‚Anschwellende Bocksgesang‘ eine dichterisch wirkmächtige Blaupause für eine dringend notwendige ökonomische und politische Vergegenwärtigung.

Literatur

Schwilk, Heimo/Schacht, Ulrich (Hrsg.): Die selbstbewusste Nation. ‘An-schwellender Bocksgesang‘ und weitere Beiträge zu einer deutschen Debatte, 2. Aufl., Ffm/Berlin 1994 Strauß, Botho: Anschwellender Bocksgesang, in: Der Spiegel 6/1993,

folgend der Link zum Artikel:

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13681004.html