DIE VIRENKÖNIGIN

Ein Interview von Karl-Ludwig von Klitzing

„Hallo, guten Tag. Ich bin fast achtzig Jahre alt, Corona-Risikopatient. Ich habe gehört, Sie seien der König der Viren.“

„Ja. Hallo. Ich wünsche ebenso einen guten Tag. Ja, ich bin Virenkönigin in einem Matriarchat. Wir sprechen uns grundsätzlich mit einem Du an. “

„Okay. Sind Viren überhaupt regierbar?“

„Alles ist regierbar, wenn eine Würde vorhanden ist.“

„Haben Viren eine Würde?“

„Die Würde in der Natur verteilt doch niemand danach, wie weit seine Augen sehen können. Viren, Bakterien und Pilze sind Geschöpfe Gottes oder der Evolution. Es ist der Mikrobereich. Hier hat jeder seine Daseinsberechtigung wie in der Serengeti das Großwild.“

„Noch vor fünfzig Jahren zählten Mäuse, Ratten, Spatzen und Krähen zu Schädlingen in der Natur. Andere Geschöpfe, wie Schwalben, Störche oder Schwäne zum Beispiel, galten als nützlich.“

„Ja, typisch Mensch. Über die Natur urteilt ihr ausschließlich nach eurem Vorteil. Zum Glück ist das nun im Fluss. Wir Viren zum Beispiel sind komplexe und vielseitige Wesen, gehören aber aus eurem Blickwinkel noch nicht einmal zu den Lebewesen. Was ist das nur für eine enge Sichtweise. Ohne Führung? Ich weiß nicht.“

„Gott hat Adam aus Lehm geformt und ihm Leben eingehaucht. Eva hat er aus einer seiner Rippen geschaffen.“

„Wer es glaubt, wird selig. Wir Viren postulieren: Am Anfang waren die Viren. In dem großen Gen-Puzzle der Menschwerdung sind wir ursprünglich und sehr, sehr aktiv dabei. Nach gut zwei Milliarden Jahren gab es endlich den ersten Menschen. Und unser Zauberwort heißt nach wie vor Mutation.“

„Also vorne Gott und die Viren in zweiter Pole-Position gleich dahinter?“

„Wir Viren waren dabei, als der Lehmmensch zu Fleisch und Blut geworden ist. Ein sehr großer Anteil eurer Erbmasse ist von uns: Virus- Genmaterial.“

„Das bedeutet für mich: Vollkommener Paradigmenwechsel. Galt doch bisher: Jegliches Zeichen von Euch: Achtung, Viren, hochtoxisch!“

„Ja, und die Parole für uns: Hallo, menschliche Gene. Es sind Kinder aus unserer Werkstatt! Damit gehört ihr zum Ökosystem. Wir schützen euch vor anderen Viren, vor Bakterien und Pilzen.“

„Ich hatte gerade gelesen: Ein Salamander ist jetzt nach 289 Millionen Jahren aus getautem Permafrost geborgen worden. Erlegen ist er damals einer Vireninfektion.“

„Ja und? Jede Mutation kann ein Schritt in einem riesigen Prozess sein. Hier wird ein Lebewesen in das große Gefüge der Natur eingepasst. Nicht kompatibles Genmaterial wird zerstört und recycelt. Die Ordnung ist wieder da. Neues Leben kann entstehen.“

„Auch die wunderbar beseelte Trennung zu Mann und Frau?“

„Die X- und Y-Chromosomen? Ja. Ganz wesentlich. Ein anspruchsvolles Zufallsprodukt im Genlabor.“

„Und was ist großes Ziel überhaupt?“

„Naturschutz. Wir Viren gehören zu der großen Kraft, die auf der Welt das Innerste zusammenhält. Mit anderen Worten: Wir schützen das Ökosystem.“

„Und warum nun eine Königin?“

„Ganz einfach: Das beste Gen wird automatisch König. Unsere Mutter Erde aber liebt das Matriarchat: Alle Wesen sind gleichwertig. Ein Leben in Harmonie ist das Credo. Keine Kriege. Auch der Ärmsten nimmt man sich an.“

„Ganz schön viel Poesie.“

„Ja, Poesie als die einzige wahre Richtung. Wie wenig wisst Ihr eigentlich von der Welt? Ihr Menschen seid doch einfach nur ziellos. Die große Masse Mensch folgt einem Leben in stiller Verzweiflung, und den wenigen Wissenden fehlt die Hand für die große Ordnung. Ihr seid zu klug, um armselig dahinzudämmern.“

„Bedeutet das ein Startschuss für die Viren: Achtung – eine Mutationslücke in Sicht!“

„Nein, nicht der Startschuss. Aktiv weiter. Wie von Anfang an. So lange schon, wie es uns gibt, wie wir gestalten – seit 3,8 Milliarden Jahren.“

„Wir Menschen führen uns im Ökosystem schlimmer auf als eine Horde Affen in einem Käfig, stimmt´s?“

„Volle Bestätigung. Leider.“

„Und das bleibt natürlich nicht unbestraft.“

„Natürlich sagst Du, also Zurechtweisung von der Natur. Und das wiederum ist unsere Aufgabe. Vielleicht retten wir, die Viren, die Erde vor Eurem patriarchalen Zerstörungsdrang. Hoffentlich!“

„Also Vernichtet ihr die Menschheit?“

„Nein. Keinesfalls wollen wir das. Ihr Menschen seid doch unser, der Viren höchstes Gebilde. Vielleicht reicht ja das Matriarchat. Eine gesunde Alternative zur aggressiven Testosteronregentschaft.“

„Okay.“

„Die Überzahl an Menschen im Makrobereich gereicht den Viren zu einer explosiven Vermehrung im Mikrobereich. Und sehr viele Viren bedeutet sehr viel RNS. Ein riesiges Mutationsangebot. Damit vielleicht sogar neue RNS. Jetzt, in unserer Corona-Zeit, sind wir für euch hochinfektiös und gefährlich. Vordergründig aber halten wir euch doch nur den Spiegel vor.“

„Wieder okay.“

„Zur Pandemie habt ihr es eskalieren lassen. Nicht wir. Wer verteilt uns denn über den gesamten Erdball – und zwar wissentlich! Allein könnten wir Viren das gar nicht, haben wir doch weder Arme und Beine noch Flügel.“

„Ich gestehe, Regierung und Volk sind unfähig, wissenschaftliche Kenntnisse umzusetzen. Die würdelose Masse der Menschen und dann dieses holprige, inkonsequente Demokratiegeplapper. Es ist einfach unerträglich und äußerst gefährlich. Zeiten von Kopernikus lassen grüßen: Für viele dreht sich die Sonne immer noch um die Erde.“

„Uns Viren kommt das gelegen. Wir sehen die Chance, euch wieder in die ökologische Mitte zurückzuholen. Allerdings, die künstliche Intelligenz wird uns zuvorkommen. Bisher jagten Hirnaktivitäten und Mutanten milliardenfach durch die Zeiten. Jedoch, regiert die von euch Menschen gemachte künstliche Intelligenz, werden diese unendlich vielen Zufälle steuerbar, weil berechenbar. Damit kommt die hochsensible Weltordnung in Gefahr, ihre Balance zu verlieren.“

„Nun wollen wir Menschen euch mit der Impfung auch noch auf eine unterkritische Menge reduzieren.“

„Bisher sind wir euch damit stets zuvorgekommen. Die Chance, die ihr im vorgehaltenen Spiegel erkennen konntet, habt ihr ja nicht wahrgenommen. Die Antwort von uns, den Viren: Korrektur am Wesen der Menschheit und damit ein Zurück zur strengen Beachtung des ökologischen Gleichgewichts. Eure Vernichtung ist überhaupt nicht das Ziel, seid ihr doch die Krönung unserer Prägung. Nur, eure Hirne. Sie haben keine Ahnung von der Klugheit eurer Gene. Wie sollten sie auch.“

„Majestät, ich danke vielmals für das versöhnliche Gespräch.“

Ein Gedanke zu “DIE VIRENKÖNIGIN

  1. rosmarie68

    Adam und Eva sind hier im Spiel. Ich bringe die Zäsur, den Auftrag Gottes an Noah, eine Arche zu bauen, um mit seiner Familie und den Landtieren, von jeder Art ein Paar, die kommende Sintflut zu überstehen. Vertilgen wollte Gott die Menschen von der Erde, wegen ihrer Bosheit, ihres Trachtens. Sicher war Noah nicht bewusst, dass mit allen erkennbaren Tieren auch für das menschliche Auge nicht sichtbare Biopartikel mit an Bord waren. Viren, Bakterien und Pilze. Sie waren also wieder mit dabei, weil sie zum Leben notwendig sind. Man bedenke die Darmflora mit ihren Bakterien, wie manche Menschen einiges dafür tun, sie durch unsachgemäße Behandlung zu beeinträchtigen und folgend darunter leiden.
    Nicht als Pandemie sollten wir die Verbreitung des Coronavirus bezeichnet, sondern als Syndemie, las ich kürzlich.
    „Chronische Erkrankungen wie Fettleibigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erhöhter Blutzuckerspiegel und Stress führen zu schweren oder gar tödlichen Verläufen. Unsere Lebensweise schwächte und vergiftete uns, lange bevor wir uns einer Ansteckung bewusst waren und machte dem Virus sein tödliches Spiel leichter als nötig.“ (Philomag 02/2021)
    Ja, die Welt ist aus den Fugen geraten, schon lange vor Covid 19. Das Maßhalten in jeder Hinsicht ist der Menschheit abhanden gekommen.
    Bescheidenheit, Geduld verbunden mit frohem Erwarten, bewahren und pflegen, ja viele Tugenden, die als verstaubt und nicht mehr zeitgemäß gelten sind aus dem Bewusstsein verschwunden. Expandieren, Zentralisieren und der Zusammenschluss kleinerer, überschaubarer Einheiten zu unübersichtlichen Gebilden sollte Fortschritt bringen. Die Pandemie belehrt uns eines besseren.
    Von Aristoteles stammt die Aussage: Eine Stadt dürfe nicht größer werden, als dass die Stimme eines Tentors jeden Bürger gleichzeitig erreichen kann. Übersetzt ins Heute: Überschaubare, regierbare Lebensbereiche. Angefangen bei kleineren Schulen und kleineren Klassen. Dafür sollten es mehr werden. Wenn Schulen zunehmen, dann steht’s wohl im Land. (Martin Luther) Von der Bildung, die jeden einzelnen besser erreichen würde, ganz zu schweigen.
    Die Chance auf ein ökologisches Gleichgewicht würde steigen. Die Viren als Notbremse und Kehre?

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