Und wie geht’s Dir?

Ach graue Zeit,
ach grauer Tag,
ach einsam Herz,
ach Sehnsuchts Schmerz -
Ach träger Geist, ach träges Haupt,
was muss gescheh'n, dass du nur glaubst,
dass auch das Grau bald wieder schwindet,
die Hoffnung sich ans Morgen bindet?
Dich triffst mit Freunden zum Glas Wein,
verlässt ganz zweifellos dein Heim,
tust einfach, was dein Herz begehrt,
ohne Bedenken, unbeschwert.
Oft ist's Alleinsein mir willkommen,
will Mensch und Welt zuweil' entkommen.
Mich sammeln, in mir neu gestalten,
was mich bewegt für mich erhalten.
Wenn's mir gelingt, bedeutet's morgen,
bezwungen Elegie und Sorgen.
Fehlt mir der Funken, dann bleibt's grau,
kein Keim, kein Tröpflein Morgentau.
In Angedenk gelebter Jahre,
jedoch ich Zuversicht bewahre.
Die Zeit lässt Finsternis vergehen
und Licht und Dasein fortbestehen.
Drum sei getrost, geplagte Seele,
singst bald erneut aus voller Kehle.

Bettina Zarneckow

Corona-Lockdown 2, 01/2021

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