„Der Himmel über Berlin“ *

Wenn am 29. August 2020 viele Hunderttausend Menschen in Berlin zwischen Brandenburger Tor und Großem Stern zu einer Kundgebung, Bürgerversammlung und Demonstration zur Wiedereinsetzung ihrer Grundrechte friedlich zusammenkommen, und tags darauf die Teilnehmerzahl von Polizei, Senat und Medien unisono mit 38.000 propagiert wird, dann „ist etwas faul im Staate D…“ Denn die Berichterstatter und die politisch Herausgeforderten beschliessen messerscharf, „dass nicht sein kann, was nicht sein darf.“ Und wenn von den im Laufe der stundenlangen Kundgebung BERLIN INVITES EUROPA QUERDENKEN 711 die vorgebrachten Inhalte, Argumente und Netzwerke nicht einmal Erwähnung finden, wirft das Fragen über die Kommunikationsfähigkeit dieser Demokratie, aber auch über die Gutwilligkeit der mit der Macht Ausgestatteten auf.1)

Wie ist es möglich, dass Robert F. Kennedy jr. vor diesen Hunderttausenden aus ganz Europa in Berlin in seiner leidenschaftlichen Rede vor deutlich heraufziehenden totalitären Tendenzen eines Hygiene-Staates, den Manipulationen von Big Pharma, Big Data und Wallstreet warnt und an den Freiheitswillen der Versammelten und der Stadt appelliert 2),und dann wie in einem Einheitschor das Bild eines verwirrten Impfgegners durch die zwangsfinanzierten öffentlich rechtlichen Fernsehanstalten und die leitenden Pressefamilie lanciert wird? Keine Berichte über die Rede des Sprechers der Kritischen Ärzteschaft Heiko Schöning, die Argumente Michael Ballwegs, den Bericht des Vorsitzenden Dr. Füllmich des Corona-Untersuchungsausschusses zur Verhältnismäßigkeit der Notstandsmaßnahmen, die Organisation Children’s Health Defense, die Hilfsnetzwerke Klagepaten und Mutigmacher oder die Unternehmensstiftungen uvm.- Stattdessen die pausenlos wiederholte, bösartig unterstellte Nähe der Kundgebung zu parteipolitisch rechten Milieus. (Eine Diffamierung, die schon im Vorfeld zum Verbot durch den Innensenat führen sollte, aber höchstrichterlich aufgehoben wurde).-

Und als Mega-Aufmacher tags drauf dann die Sensation des (plump inszenierten) Sturms auf die Treppen und das Foyer des Reichstags, den das Staatsoberhaupt dann biedermännisch-brandstifterisch als „Angriff auf das Herz der Demokratie“ dramatisieren kann und über den jeder Lokalpolitiker seine tiefe Betroffenheit bekundet (siehe hierzu Matthias Bröckers: „Reichstagssturm abgewehrt. Demokratie gerettet“) . 3)

Das Herz der Demokratie hat derjenige allerdings schlagen hören können, der sich an diesem Samstag in Berlin auf der Strasse des 17. Juni stundenlang zwischen Großem Stern und Brandenburger Tor bewegt hat.- Niemals hat man in dieser Stadt eine solche große Menge beherzter Menschen aus allen Berufsgruppen und Landesteilen versammelt gesehen, die ihrer Sorge vor Entmündigung und Zwangsmaßnahmen, ihrer Leidenschaft für Transparenz und Partizipation an allen gesellschaftlichen Lebensbereichen so nachdrücklichen und friedlichen Ausdruck verleihen konnten. Menschen, die ihr Herzdenken erkraften und zwar öffentlich. Dass alle möglichen gestrigen Grüppchen als Trittbrettfahrer bei dieser Demonstration auftauchten, kann das Ereignis kaum trüben!-

Schaut auf diese Stadt“ hat es in Berlin in brenzligen Situationen öfters geheißen, wenn sich Staatslenker Vollmachten angemaßt oder sich übernommen haben: Am 9. September 1949 durch Ernst Reuter, am 17. Juni 1953 unter den Linden durch Arbeiter, am 26.6.1963 durch JFK vor dem Schöneberger Rathaus, am 4.11.1989 durch Christa Wolf, Steffi Spira und Stefan Heym auf dem Alexanderplatz und fünf Tage später am Tor durch Alle…. – Mit der Verhängung des Notstandes wegen des Corona-Virus und dem Amoklauf der damit einhergehenden Verordnungen haben sich das bundesdeutsche Staatswesen und das anderer Länder übernommen. Der Verdacht des Fehlalarms ist nicht ausgeräumt; die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen und die als „alternativlos“ durchgezogene Impfstrategie zumindest in Frage zu stellen! –

Als die machtstaatlichen Organe sich derart übernommen haben und den kulturellen Freiheitswillen, die Grundrechte und das soziale Wirtschaftsgebaren manipulierten , meldete sich der Widerstands- und Aufklärungswille der Bevölkerung allerorten in Europa. Wie in einem Fokus ist er nun durch den resilienten Geist Berlins hier zu Tage getreten. Wer ihn erleben wollte, konnte es auf der „Straße des 29.8.2020“ in Berlin.

Manfred Kannenberg-Rentschler / Berlin, im September 2020

  1. https://www.nzz.ch/meinung/kollabierte-kommunikation-was-wenn-am-ende-die-covidioten-recht-haben-ld.1574096
  2. https://kenfm.de/demo-berlin-29-8-2020-auschnitte-der-rede-von-robert-f-kennedy-und-stimmungsbilder/
  3. https://www.broeckers.com/

2 Gedanken zu “„Der Himmel über Berlin“ *

  1. Herbert Bogun

    Bald sind wieder Wahlen in Deutschland. Jeder kann seine Kreuze dort machen, wo es ihm beliebt und somit für andere Verhältnisse in unserem Land sorgen, sofern ihm nicht gefällt, was derzeit läuft. Ein Vorzug der Demokratie. Die dann von der Mehrheit gewählte Regierung bekommt Entscheidungsrechte.
    Welche Regierungsformen aber gibt es oder gab es, mit denen alle gleichermaßen einverstanden sind oder waren? Die Demokratie lebt von unterschiedlichen Meinungen, genau wie der Glaube durch den Zweifel lebendig bleibt.
    Eine altes Ehepaar habe ich neulich sagen hören: „…solange wir nicht wieder ansehen müssen, wie ein Luftschutzkeller von innen aussieht“ Ihr Kommentar zu den Einschränkungen wegen Covid 19. Unaufgeregt relativieren sie, weil sie die Schrecken des Krieges miterlebt haben. Andere Menschen, die bisher weder Verlust noch Verzicht erlebt haben klagen vehement wegen vorübergehender Einschränkungen.
    Die Folgen für die Wirtschaft sind nicht so gravierend, wie zu Beginn des Lockdowns prognostiziert. Unkonventionell bereitgestellte finanzielle Hilfen der Bundesregierung sind bereits vielfach sogar zurückgezahlt von verantwortungsvollen Bürgern, weil sie nicht gebraucht wurden.
    Lösungen, die alle 100 %ig zufriedenstellen gibt es nicht, aber Möglichkeiten, Hilfe in einer bedrängten Situation zu bekommen. Hilfetelefone die geschaltet sind z.B. von der Kirche.
    Menschen, die in der DDR lebten, waren 40 Jahre eingesperrt und hatten erst zu Beginn des Jahres 1989 die leise Hoffnung auf Erlösung. Und schwerstbehinderte Menschen und ihre Angehörigen? Welche ungeheuren Beschränkungen bestimmen ihr Dasein lebenslang. Ein Totschlagargument? Aber es gibt diese Menschen mit ihrem unsäglichen Leid und ihren seligen kleinen Freuden im Alltag. Nichts im Leben ist selbstverständlich!
    Was bedeuten da ein paar entbehrungsreiche Monate unter besonderen Bedingungen in einer reichen Zeit!
    Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme Paragraph 1 der StVO, sollte man das nicht auf das ganze Leben beziehen?
    Und rufen wir uns die Möglichkeit ins Gedächtnis – die Krise als Chance.

    Große Notfälle und Krisen zeigen uns, um wie viel größer unsere vitalen Ressourcen sind als wir selbst annahmen.
    William James

    Herbert B.

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  2. florpostpapier

    „Der Himmel über Berlin“ und die Gedanken Herbert Boguns
    Manfred Kannenberg berichtet als teilnehmender Beobachter über den Verlauf der Kundgebung BERLIN INVITES EUROPA. Und er vergleicht sein Erleben am 29.8.2020 mit der Berichterstattung in Presse, Funk und Fernsehen. Sein Resümee, dass die im Verlauf der Kundgebung vorgetragenen Inhalte und Argumente in den Medien keine Erwähnung gefunden haben, teile ich voll und ganz. Auch das angestrengte Bemühen der Journalisten, die Teilnehmer an der Demonstration als Spinner (Stichwort: Covidioten) darzustellen, ist mir aufgefallen. Anhand der zahlreichen im Internet kursierenden Videos, konnte ich mir einen eigenen Eindruck verschaffen.
    Über den Mega-Aufmacher „Reichstagssturm abgewehrt. Demokratie gerettet“ kann ich nur lachen; gar nicht erst zu reden von der durch den Bundespräsidenten inszenierten Heldenverehrung.
    Überraschend ist der Tunnelblick der Berichterstatter allerdings ganz und gar nicht! Er reiht sich passgenau ein in die allgemeine Corona-Berichterstattung, die seit Monaten über die Staatssender verbreitet wird. Die beiden Medienwissenschaftler Dennis Gräf und Martin Hennig haben dieser Tage eine Studie publiziert. „Die Verengung der Welt“: Passauer Studie über die Corona-Berichterstattung von ARD und ZDF. Die Wissenschaftler zeigen auf, wie die „Krisenerhaltung durch eine Rhetorik der Krise“ konkret funktioniert. Mich wundert es überhaupt nicht, wenn Gräf und Hennig unter dem Strich eine Tendenz „zur Affirmation der staatlichen Maßnahmen“ bilanzieren.
    Ärgerlich an dem Kommentar des Herrn Bogun ist der Hinweis, dass demnächst wieder Wahlen stattfinden. Und weil es Wahlen geben wird, sollte man wohl besser auf das Demonstrations- und Versammlungsrecht verzichten? Da bleibt mir die Spucke weg! Was ist das denn das für ein GG- und Demokratieverständnis?
    Was dann kommt, ich meine die Kitschgeschichte von dem alten Ehepaar, das keinen Luftschutzkeller mehr von innen sehen will, dürfte bei dem Autor Manfred Kannenberg besonders gut ankommen. Er hatte nämlich nicht einmal einen Luftschutzkeller, in dem er sich hätte verkriechen können, als er an der Hand seiner Mutter von russischen Tieffliegern auf dem Treck nach Westen beschossen wurde.
    Ich kenne Herrn Herbert Bogun nicht. Aber ich bin mir sicher, dass er entweder Pensionär ist oder einen haushaltsfinzanzierten Job hat. Wäre es anders, hätte er nicht darüber schwadroniert, dass die „Folgen für die Wirtschaft nicht so gravierend“ sind. Die Pleitewelle rollt und das dicke Ende steht uns noch bevor. Hunderttausende kleine und mittlere Unternehmer bangen um ihr Lebenswerk. Sie mit einem Hinweis auf die von der Kirche geschalteten Hilfstelefone beruhigen zu wollen, ist ein schlechter Witz.
    Und natürlich ist der Hinweis auf „schwerstbehinderte Menschen und ihre Angehörigen“ ein „Totschlagargument“. Wenn Herr Bogun das weiß, wie er selber schreibt, warum führt er dann dieses Argument überhaupt in die Debatte ein?
    Ich denke, sehr geehrter Herr Bogun, Sie haben Manfred Kannenberg gründlich missverstanden. Schade. Es gilt die Maxime Hans-Georg Gadamers: „…nur wenn wir gegenüber einem anderen Menschen, in einer politischen Situation oder mit einem Text, soweit kommen, dass wir verstehen, werden wir uns überhaupt miteinander verständigen können.“
    Christa Nagel

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