WIE MAN EINE FLORIERENDE VOLKSWIRTSCHAFT IN DEN RUIN TREIBT

(Gewidmet den Exekutierenden Dr. A. Merkel, P. Altmaier und O. Scholz von Volkswirt Manfred Kannenberg-Rentschler zum „Feiertag“ 8. Mai 2020 in Berlin)

Eine komplett zerstörte Volkswirtschaft habe ich als Dreijähriger zwischen Oder, Elbe und Rhein erlebt. Tabula rasa als Ergebnis eines erbitterten Angriffskrieges des Deutschen Reiches gegen andere Völker. Die Folgen davon bestimmten meine Kindheit, Jugend, Ausbildung Studium und Beruf: Überleben, Verstehen wollen, Konsequenzen ziehen, Wiederaufbauen helfen, Sinngeben.-

Angst ist kein Gefühl, Angst ist ein Geruch“, schrieb Wilfrid Jaensch, der als Dreijähriger das Bombardement eines Flüchtlingszuges aus Schlesien durch Alliierte erlebte und seinen Durst aus dem zerschossenen Wassertank der Lokomotive stillte („Wohin gehen wir?-Immer nach Hause!“ Zum 11. Sept. 2001 in Die Drei 10/2001).

Angst ist seit Wochen wieder im öffentlichen Raum als Geruch. Es ist Krieg, Weltkrieg. Krieg gegen einen feindlichen Virus, der eine ansteckende Krankheit überträgt, die zwar in den allermeisten Fällen harmlos verläuft, aber auch zu schwer verlaufenden Komplikation des Lungensystems bei älteren und schwer Vorerkrankten führen kann und führt. Daraufhin inszenieren die Regierungen und Regenten eine regelrechte Abwehrschlacht gegen die erklärte Bedrohung: Aussperrungen, Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, Reisefreiheit, Versammlungsfreiheit, Aufhebungen der Rechtsverfahren zugunsten behördlicher Anordnungen, Schließung von Betrieben, Schulen, Hochschulen, Kindertagesstätten, Konzerthäusern, Theatern, Gaststätten. Bußgeldandrohungen wer nicht pariert. Lockdown. Als Krönung der Entmündigung die verordneten Gesichtsmasken für jedermensch zu einem Zeitpunkt der längst fallenden Neuinfektionen, aber unter Androhung einer weiteren Ansteckungswelle. Hinter den Masken nun die ängstlichen Gesichter der Ausgesperrten, der um den Arbeitsplätzen oder Betrieb Bangenden, Angststarre im öffentlichen Raum. Und je mehr die Zweifel an dem Sinn des Ganzen durch fundierte fachliche und umfassende Beurteilungen und Prüfungen der Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen werden, desto stärker das Trommelfeuer der regierungsamtlichen Propaganda gemäß der einen staatlichen virologischen Deutung der Statistiken. Solche Bedenken von besonnenen Medizinern, Sozialpsychologen, Pädagogen, werden als verschwörerisch oder unglaubhaft abgetan. „Glauben Sie keinen Gerüchten“ wettert die Erfinderin der „Alternativlosigkeit“ Frau Merkel, wie in einer Selbstgefangenschaft. Die seltenen Gerichtsentscheide für kleinste, regionale Lockerungen des Lockdown werden regierungsseitig abgekanzelt. Die Legislative hat sich abgeschafft, die Verfassungsgerichtsbarkeit duckt sich weg. Der „regime change“ ist perfekt: Anordnungsvollmacht, Infektionsschutzgesetz als Ermächtigungsgesetz.

Für mich am Bemerkenswertesten ist der regierungsamtliche Starrsinn und Befehlston der Exekutiven in der Wirtschaftsfrage, in der sie ebenfalls die Handlungs- und Beurteilungshoheit an sich gezogen hat. Und trotz aller Warnungen von Wirtschaftverbänden, Industrie- und Handelskammern und Fachleuten steuert diese Anmaßung auf schwerste Verwerfungen und Schädigungen des sozialen Organismus hin – sehenden Auges. Fast schon süffisant sprechen verantwortliche Politiker von den schlimmsten Einbußen seit Ende des Ersten Weltkriegs, von Halbierung des Mittelstandes, dessen Wertschöpfung von denselben Politikern noch vor Monaten als Rückgrat der deutschen Wirtschaft gefeiert, von gigantischen Schäden im Herbst d.J..Die Zahl der arbeitslosen Menschen steigt rasant.- Und mit ebenso ahnungslosen wie unverfrorenen Ankündigungen werden Hilfsmaßnahmen des Staates in Aussicht gestellt. „Geld ist genug da“ sagen solche, die eben noch schmallippig von der schwarzen Null als Staatsräson sprachen und jetzt hunderte von Milliarden Hilfen versprechen und aus dem Hut zaubern wollen. Und wer sind die Geldgeber für diese schon schwer überschuldeten Staatshaushalte? Etwa die künftigen Generationen als Zahlungsverpflichtete? Ist es ein Zufall, dass der mit solchen Hilfspaketen in Hessen befasste Finanzminister Thomas Schäfer und einer seiner hochrangigen Beamten sich am Beginn der abzusehenden Wirtschaftszerstörung das Leben genommen haben? – Oder werden die Geldgeber dann die supranational operierenden Hedgefonds Bridgewater oder Blackrock u.a. sein, die sich schon am Beginn der Pandemie aus der Deckung gewagt haben, in dem sie an den Börsen via Leerverkäufen durch Wetten auf den Niedergang Europas Hunderte von Milliarden gewonnen haben. Werden sie ganze marode staatlich heruntergewirtschaftete Volkswirtschaften zum Schnäppchenpreis übernehmen, als Helfer wohlgemerkt? Und könnten es dann diese international agierenden Finanzakteure sein, die den Neustart dirigieren und bestimmen, z.B. durch den Durchmarsch der Digitalisierung, 5G, Big Pharma, Drohnentechnik uvm., bestens vorbereitet durch die Pandemie der Angst und die Heilserwartung aufs Durchimpfen der Weltbevölkerung?

Wer so fragt, kann es derzeit mit dem Staatsschutz zu tun bekommen. Das war ähnlich vor dem Ersten Weltkrieg der Fall, als Kaiser Wilhelm II davon schwärmte, „dass Deutschlands Zukunft auf dem Meere liegt“, um die Kriegs-Flotte auszubauen. Als ihm der „Rinnsteinkünstler“, wie er solche Geistesmenschen nannte, Christian Morgenstern im Entwurf seiner Fastenrede entgegenrief: “Unsere Zukunft liegt immer noch im Geiste.“

*Manfred Kannenberg-Rentschler, geboren 1942 in Stettin, nach einer Industriekaufmannslehre studierte er Volkswirtschaftlehre in Berlin-West, München (1970 Diplom) und Nashville/USA (1968 M.A.), war Ausbilder , schloß sich 1972 dem Institut für soziale Gegenwartsfragen Freiburg-Berlin an und gründete 1976 mit Karl Huober die Bücherei für Geisteswissenschaft und soziale Frage im S-Bahnhof Mexikoplatz, eine Lehr- und Lernbuchhandlung, in Berlin. Er ist Vater von drei Kindern.

Ein Gedanke zu “WIE MAN EINE FLORIERENDE VOLKSWIRTSCHAFT IN DEN RUIN TREIBT

  1. Christoph Ehricht

    Ich verstehe diesen Beitrag als einen Impuls zum Nachdenken, vielleicht sogar als Hilferuf. Das könnte ich begrüßen. Das Leitmotiv einer personalisierte Schuldzuweisung halte ich allerdings für nicht hilfreich und eher wohlfeil. Hätten die gegeißelten „Exekutoren unserer blühenden Volkswirtschaft“ unbeirrt an der Seite von Weißrussland an einer exportorientierten Produktion festhalten sollen – und können, wo es doch bald keine Zulieferer und Abnehmer mehr gab? Dieser Vorwurf greift doch wohl viel zu kurz, verstellt den Blick auf die anstehende Analyse der sehr viel tiefer liegenden Ursachen der Krise und leistet am Ende ungewollt dumpfen Ressentiments Vorschub. Abstand halten heißt das Gebot der Stunde. Auch wenn die Nerven blank liegen, Angst und Verdruss zunehmen, sollte auch Anstand ein Gebot der Stunde sein – dies sei vor allem in Richtung der so genannten Hygienedemonstranten gesagt. Das Wachen über und Einklagen von freiheitlichen Grundrechten ist immer berechtigt. Aber – es kann nicht oft genug gesagt werden – die Freiheit der Erwachsenen heißt Verantwortung.

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