Ein Hauch von Eden

Vertraut jedes Wort, jeder Schritt, deine Hand - 
so möchte ich ewig geh'n.
Vertraut unsere Blicke - kein Maß, nur Versteh'n,
von Eden her seliges Weh'n.
Vertraut deine Gesten, jede Mimik Musik, 
als hört' ich mein schönstes Lied.
Vertraut auch dein Zögern, gedankenverliebt,
Gefühle im Inner'n gewiegt.
Vertraut jeder Abschied und doch seelenschwer,
Hoffen lindert das Leid.
Vertraut ist mir mein sehnendes Herz,
Erinnerung trägt durch die Zeit.

Bettina Zarneckow

Des Trübsals Trost

Es ist nun Herbst, spürst du am Morgen; 
feucht kühl der Nebel dich umfängt.
Im Geiste sind dir viele Sorgen,
Melancholie dein Herz bedrängt.
Vertraust nicht mehr der Kraft der Sonne, 
die alles Dunkel je bezwingt -
glaubst nicht mehr an die Macht der Liebe,
die Welt für dich zum Funkeln bringt.
Doch unverhofft berührt dich Wärme, 
strahlt durch entblättertes Geäst.
Es ist die sanfte Hand des Freundes,
die Tage wieder blühen lässt.

Bettina Zarneckow

(Un)fassbar schön

Bettina Zarneckow

Was mir mein Herz bewegt, fließt ein in die Gedanken. 
So kommt's, dass meine Hand die deine sucht.
Schon lang vertraut umschließen sie einander,
entflammt, was schweigend im Verborgenen ruht.

„Und alle Lust will Ewigkeit –, – will tiefe, tiefe Ewigkeit!“ *

„…und erfährt sich doch als Augenblick.“ **

* „Also sprach Zarathustra“, Friedrich Nietzsche ** „Einführung in das Christentum“, Joseph Ratzinger