Aus der Geschichte lernen? Eine Plauderei über ein ewiges Thema.

Ehrlich gesagt war ich gespannt, wie und ob der 150. Jahrestag der Reichsgründung am 18. Januar im gesellschaftlichen Diskurs des heutigen Deutschland eine Würdigung oder ein Erinnern erfahren würde. Die öffentliche Aufmerksamkeit hielt sich dann in den zu erwartenden Grenzen. Im Deutschlandfunk gab es ein Interview mit dem Bismarck-Biographen Christoph Nonn zum Jubiläum, in der ZEIT diskutierte Heinrich August Winkler mit Hedwig Richter. Einige weitere Beiträge könnten hier erwähnt werden, die meisten lassen sich jedoch zusammenfassen unter der sich immer wiederholenden Frage: War das 1871 gegründete Kaiserreich eine Keimzelle des modernen, demokratischen Deutschland oder des autoritären und nationalistischen Führerstaates, der zum Glück im Mai 1945 untergegangen ist? Dahinter mag die leidige Diskussion darüber stehen, ob das Dritte Reich ein „Betriebsunfall“ der deutschen Geschichte war oder eine zwangsläufige Folge von Fehlentwicklungen, denen nicht rechtzeitig der gebotene Widerstand entgegengesetzt wurde.

Eine leidige Diskussion? Ja, denn das Bemerkenswerte an den auszutauschenden Argumenten ist: es kann keine eindeutigen Antworten geben, sowohl die eine wie die andere Position kann durchaus Gründe für ihre Berechtigung ins Feld führen. Hier liegt die bleibende Wahrheit des berühmten Programmsatzes von Leopold von Ranke aus seiner Vorrede zu den „Geschichten der romanischen und germanischen Völker von 1494 – 1535“ von 1824: „Man hat der Historie das Amt, die Vergangenheit zu richten, die Mitwelt zum Nutzen zukünftiger Jahre zu belehren, beigemessen. So hoher Ämter unterwindet sich vorliegender Versuch nicht; er will bloß zeigen, wie es eigentlich gewesen.“

Nicht die Vergangenheit richten, kein Versuch pädagogischer Nutzbarmachung der Geschichte, statt dessen zeigen, wie es wirklich war – das ist das bestechende Programm des Historismus. Neben Ranke ist vor allem Johann Gustav Droysen aus dem pommerschen Treptow an der Rega mit dieser historiographischen Schule verbunden, Friedrich Meinecke hat nach einem komplizierten Weg der Erkenntnis eine immer noch lesenswerte Darstellung geschrieben. Ich nenne diese Namen, weil sie sehr zu Unrecht immer mehr in Vergessenheit geraten.

Die Stärke des Historismus – die Befreiung von der Versuchung durch „Geschichtspoltik“ – ist zugleich seine Schwäche: die Relativierung aller möglichen historischen Erkenntnisse. Nebenbei: Einmal mehr bestätigt sich hier, dass wir bei der Betrachtung der Wirklichkeit oder auch bei der Beurteilung von Menschen in unserer Nähe nicht unterscheiden sollten zwischen Stärken und Schwächen. In der Regel sind die Stärken zugleich auch die Schwächen – und umgekehrt. Mir ging diese Lebensweisheit gerade während des Niederschreibens dieser Überlegungen durch den Sinn beim Nachdenken über den Jubilar dieser Tage, Michael Gorbatschow. Aber wie gesagt: das nur am Rande! Jedenfalls zunächst.

Ob das Ziel Rankes „zu zeigen wie es wirklich gewesen“ erreicht werden kann, bleibt freilich eine offene Frage. Am Bemühen darum sollten Historiker dennoch nicht sparen. Die Erzählungen von der Reichsgründung vor 150 Jahren sind selber ein beredtes Zeugnis dieser Herausforderung. Schnell wird sichtbar: Welcher der möglichen Positionen für die Deutung ich mich anschließe, hängt weniger von den zu bedenkenden historischen Fakten ab, als viel mehr von den Faktoren und Prägungen, die meine Sicht auf die Geschichte bestimmen. Geschichte verläuft nicht nach einlinigen Ursache-Wirkung-Mechanismen, sondern immer vielschichtig, komplex und nicht selten chaotisch. Wenn ich aus ihr lernen will, muss ich zuerst nach mir fragen, nach meinen Interessen, Erfahrungen und Hoffnungen. Das kann mich vor fruchtloser Rechthaberei bewahren und vor Polarisierungen, die ein Feind aller Lernprozesse sind.

Aus der Geschichte, oder besser aus der Betrachtung der Geschichte kann ich eigentlich nur lernen, dass es keinen „Alleinvertretungsanspruch“ auf historische Wahrheit gibt. Das entbindet mich natürlich nicht von der Pflicht zu eigener Urteilsbildung. Aber es lässt mich duldsamer und geduldiger mit anderen Urteilen umgehen, vielleicht auch unbefangener und selbstbewusster mit eigenen Positionen.

Duldsamkeit und Geduld: Mich bekümmert und besorgt in der gegenwärtigen Lage mit am meisten, dass ich nicht selten in Gesprächen zu hören bekomme: Ich werde nicht sagen, was ich wirklich denke, weil ich keine Lust habe, mich dann niedermachen zu lassen. Das ist schade und gefährlich. Sicher muss sich, wer so denkt und redet, fragen lassen, ob das Problem mehr in seinen unausgesprochenen Gedanken als in den darauf zu erwartenden Reaktionen liegt. Aber dennoch: wenn der Druck einer vermeintlich korrekten öffentlichen Meinung zu stark wird, öffnen sich irgendwann unkontrollierbare und ungewollte Ventile.

O weh, bin ich mit diesem letzten Satz nun selber der Verführung aufgesessen, Lehren aus der Geschichte zu ziehen „zum gegenwärtigen Nutzen“? Ja. Und natürlich lässt sich das nicht vollständig vermeiden. Zum Hineintappen in eine Falle wird es nur, wenn ich nicht weiß, was da geschieht und nicht besonnen damit umgehe, wenn ich das Wissen um die Grenzen und Vorläufigkeit meiner Erkenntnisse verdränge.

Aber nun will ich doch noch einmal zurückkehren zum Jubiläum der Reichsgründung. Neue historische Erkenntnisse kann und will ich hier selbstverständlich nicht vorlegen, wohl aber in Beherzigung des bisher Gesagten eine Art Rechenschaft darüber ablegen, was mich bewegt, wenn ich an dieses Datum denke. Im Erleben vieler Zeitgenossen bewirkte die Reichsgründung vor allem einen starken und lange ersehnten Modernisierungsschub. Der Spagat zwischen Bewahrung und Erneuerung gelang alles in allem erstaunlich gut. Das reiche Erbe der „Gründerjahre“ in einer Stilepoche, die auch unter dem Oberbegriff Historismus firmiert und Kunst, Musik, Dichtung und Architektur in einer großen Spannbreite vereint, hat bis heute nichts an beeindruckender Schönheit verloren. Es war die Wiege einer Kultur, die Hanns Eisler einmal beschrieben hat „Untergang des Abendlandes, gewiss. Aber welch ein Abendglanz!“

Durchaus mit neidvoller Sehnsucht betrachte ich manches Zeugnis dieses selbstbewussten bürgerlichen Geistes. Er erlaubte dem neuen Reich auch eine mich heute sehr nachdenklich stimmende Außenpolitik, für die der Reichskanzler Bismarck und sein Rückversicherungsvertrag steht – der stete Versuch, die geographische Mittellage des neuen Reiches auch für eine politische Mittlerrolle zwischen Ost und West zu nutzen, ein Gleichgewicht der Mächte in der Mitte Europas zu konstruieren und zu erhalten und jede einseitige Bindung zu vermeiden. Jedenfalls war das die Idee des Dreikaiserbündnisses, das einige Krisen in den siebziger und achtziger Jahren entschärfen konnte, am Ende aber leider gescheitert ist. Gescheitert an seinen Stärken, die zugleich seine Schwächen waren und die ich hier in dieser Plauderei einmal auf sich beruhen lassen will. Es gibt ja genügend Erzählungen darüber. Über einen Vergleich mit dem Scheitern des schon erwähnten Michael Gorbatschow in unseren Tagen lohnte sich übrigens ein ruhiges Nachdenken…

Hinterher ist man immer klüger – vielleicht ist diese Binsenweisheit die einzige Lehre, die wir wirklich aus der Geschichte ziehen können. Jetzt, hinterher wissen wir, dass die Abkehr von der auf Ausgleich und gegenseitige Bändigung zielenden Politik Bismarcks in die Abgründe der Geschichte des 20. Jahrhunderts geführt hat. Rechtzeitiger Widerstand gegen Machtpolitik, säbelrasselnde Rhetorik, allerlei Verlogenheiten und gegen die Dominanz ökonomischer Interessen wäre geboten gewesen.

Und wieder muss ich aufseufzen o weh. Werden spätere Generationen, wenn sie noch Gelegenheit dazu haben, uns am Ende fragen, warum wir damals, also heute nicht klüger gewesen sind? Warum wir so gelähmt dem Ausheben der neuen Schützengräben eines seine Auferstehung feiernden Kalten Krieges zugesehen haben? Die Verpflichtungen ignorierten, die uns unser geographischer und historischer Standort auf den Weg gibt? Wo blieben Duldsamkeit und Besonnenheit?

Christoph Ehricht

https://www.zeit.de/2021/02/deutsches-kaiserreich-kaiser-wilhelm-autoritaet

DIE ZEIT 6 / 2021 Kommentare Friedrich Meinecke, Die Entstehung des Historismus. 2 Bde. 1936

Langmut

Ein jedes Jahr neigt sich dem Ende
mit seiner letzten Jahreszeit.
Doch ist die letzte auch die erste,
des Winters kleine Ewigkeit.
Wie gleich geformt wirkt die Natur,
durch Kühle in den Schlaf gehaucht.
Auch Mensch und Tier, so könnt man glauben,
in sanfte Lethargie getaucht.
Ein erstes Tasten ist zu spüren,
des Frühlings milde Dreistigkeit
wagt sich mit Sonnenlicht und Wärme
in fremdes hoheitliches Reich.
Doch hab Geduld tapfere Seele,
behalt' dein Mäntelchen noch an.
's ist nur ein Zwischenspiel des Lenzes,
den Winter er noch nicht bezwang.
Schöpf neue Kraft aus frohem Ahnen,
durch Langmut dir die Hoffnung steigt.
Beständig ist uns die Natur,
in Wiederkehr sich Neues zeigt.
Denn steter Fluss auf dieser Erde
bestimmt ein Werden und Vergeh'n.
Nicht Gleiches wird dein Aug' erblicken,
es wird ganz junge Blüten seh'n.
Bettina Zarneckow
Oderwiesen Lebus

Ich denke

von Karl-Ludwig von Klitzing

Sind wir Menschen wirklich nicht mehr zu retten?

Adam und Eva

10×10 sind 100 Menschen (das seien deren Kinder und Kindeskinder)

100×100 sind 10 000 Menschen in der vorchristlichen Zeit

10 000×10 000 sind 100 000 000 Menschen – die Völker im Mittelalter

100 000 000×100 sind 10 000 000 000. Dies wird in wenigen Jahrzehnten die Anzahl der Menschen sein, die auf der Erde leben.

Ach, ja, dazu kommen dann noch die 2 000 000 000 Flüchtlinge

Und außerdem wird derzeit fieberhaft an der Entschlüsselung der Methusalem Gene gearbeitet. Bei geschätzter zwanzigprozentiger Lebensverlängerung würden noch einmal 2 000 000 000 Menschen mehr auf unserer Erde leben.

Warum gibt es keine globalen Programme wie z.B. bei der Wiedereröffnung der Frisiersalons?

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Ich denke, also bin ich.

Du denkst, also bist Du.

Er, sie, es denkt, also sind sie.

Wir, ihr, sie denken – aber wie lange noch?

Ich war nicht im Flow

von Bettina Zarneckow

„Ein jegliches hat seine Zeit und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.“ Lutherbibel, Prediger 3

Wann immer Menschen über Schwächen reden, höre ich genau zu. Wie gehen sie mit einer solchen Bürde um? Der Theologe Johann Hinrich Claussen schreibt in der Zeitschrift „Chrismon“, er habe als Kind gestottert und seine Mutter drängte es, ihn auf eine Sonderschule umzuschulen, was dann doch nicht geschah. Im selben Artikel erwähnte er Joe Biden, der in seiner Kindheit stotterte. Biden machte das sogar öffentlich. Er wüsste genau, was Demütigung bedeutet. Auch Amanda Gorman stotterte. Und trug bei der Amtseinführung Bidens vor einem Millionenpublikum ein eigenes Gedicht vor. Als ich Claussens Artikel las, musste ich plötzlich an meine Schwäche denken, die mich bis ins junge Erwachsenenalter beschwerte, und an mein fehlendes Vermögen, sie zu überwinden.

Als Kind (geb.1968) hatte ich wenig Freude am Lesen. Es bedeutete für mich Anstrengung. Ich beneidete meine Schwester. Sie verschlang regelrecht die Bücher. Oft nahm ich ihr das Buch weg, weil ich mit ihr spielen oder zusammen mit ihr Schallplatten hören wollte. Meine Mutter schwärmte von ihren Jungmädchenbüchern. „Heidi“ von Johanna Spyri, „Goldköpfchen“ von Magda Trott, „Nesthäkchen“ von Else Ury und viele andere. Sie liebte die Bücher und legte sie mir ans Herz. Zu Geburtstagen bekam ich von der bildungsbeflissenen Verwandtschaft Lesestoff geschenkt, über den ich mich nicht besonders freute und der mir nur ein schlechtes Gewissen bereitete. Du musst mehr lesen, so der hilfreiche und bestimmt nicht bös gemeinte Rat.

Zu DDR Zeiten wurde in der Schule darauf geachtet, dass man regelmäßig die Kinderbibliothek aufsuchte, um sich Bücher auszuleihen. Die Bibliothekarin Frau Benzin, eine gute Freundin unserer Deutschlehrerin Fräulein Stürzebecher, war oft Gast zu Gruppennachmittagen der Arbeitsgemeinschaft Lesen in der 18.POS Franz-Mehring. Ich mochte die Bibliothek in der August-Bebel-Straße 98 in Frankfurt (Oder), schräg gegenüber meiner Schule. Sechs Stufen führten in einen mittelgroßen Ladenraum mit großem Schaufenster. Es roch nach alten Büchern. Ich habe die Bibo, wie wir sie nannten, als hell, warm, gemütlich und still in Erinnerung. Es fiel kein überflüssiges Wort. Sanfte Stimmung lag im Raum, geprägt von der Wesensart der Bibliothekarin. Farbige Holzstäbchen sollten bei der Auswahl der Bücher helfen. Man bekam eines, wenn man den Raum betrat und legte es in das Regal, an die Stelle, der man ein Buch zur Ansicht entnahm. In jedem Buch lag eine Stempelkarte, in die das Datum gestempelt wurde, zu dem das Leihexemplar wieder abgegeben werden musste. Bei verspäteter Rückgabe war eine Gebühr zu entrichten. Waren es 50 Pfennige pro Woche? Fast immer brachte ich die Bücher pünktlich ungelesen zurück und freute mich auf das Aussuchen neuer. Voller Schwung las ich die ersten Seiten, schweifte dann mit den Gedanken ab und nahm den Inhalt des Buches nicht mehr auf. Das zermürbte mich mit der Zeit. Gibt es eine Leseblockade? „Du warst nicht im Flow“ sagt Reinhart, ich stand also vor der Welt der Figuren im Buch und sie nahmen mich nicht mit hinein. Außerhalb der Familie vermutete niemand, dass ich wenig las und so war es doppelt schwer. Denn ich bemühte mich, den Schein zu wahren. Nicht zu lesen empfand ich als beschämend.


Schlimm war die Schullektüre, die man über die Sommerferien zu bewältigen hatte. Wie ein Damoklesschwert schwebte sie während der gesamten Ferien über meinem Haupt. Alex Weddings „Ede und Unku“, „Käuzchenkuhle“ von Horst Beseler, Alfred Wellms „Kaule“ und der Gipfel der Unverschämtheit – „Mohr und die Raben von London“ von Vilmos und Ilse Korn mit über 300 Seiten. Nicht zu bewältigen für mich. Drei Tage, bevor die Schule wieder begann, gestand ich meiner Mutter, das Buch nicht gelesen zu haben. Wir beide, der Verzweiflung nahe, widmeten uns eiligst der Aufgabe und meine Mutter las mir tapfer vor. Es musste schneller gehen, als ich es allein schaffen konnte. Sie las bis zur Erschöpfung, bis ihr die Augen zufielen. Wir schafften es nicht ganz, aber ich war einigermaßen beruhigt. Überdies hatte meine Schwester ein Jahr vorher dasselbe Pensum mit Leichtigkeit bewältigt und überließ mir ihre Aufzeichnungen.
Immer wieder sagte ich mir, dass so etwas nie wieder passieren dürfe. Wenn ich mich recht erinnere, so habe ich nicht ein Schulbuch vollständig gelesen. Zur Steigerung meines Selbstbewusstseins trug das alles natürlich nicht bei. Das Gefühl, mir entgeht zu viel, beschlich mich hartnäckig. Deutlich zeigte sich der Mangel an Leseerfahrung dann, wenn wir Schulaufsätze schreiben sollten. Ich sah keinen Sinn darin und mir fehlte Vorstellungsvermögen und Handwerkszeug. Nicht zu bemängeln waren gewöhnlich Grammatik und Rechtschreibung, bis auf einen Schusselfehler, den ich auch heute immer wieder einbaue. Aber Inhalt und Ausdruck ließen doch zu wünschen übrig. Mit Worten ging ich sparsam um und ersparte damit dem Kontrollierenden immerhin langweilige Lektüre. Wann immer sich die Gelegenheit ergab, schrieb meine Großmutter für mich Aufsätze. Im Gegensatz zu mir machte ihr das große Freude, obwohl sie schon fast blind war und selbst kaum erkennen konnte, was sie zu Papier brachte. So fragte sie ab und zu, ob nicht wieder einmal etwas zu schreiben wäre.

„Wo ist denn Bettina?“ Die Frage meiner Eltern richtete sich an meine Schwester. „Unterm Schreibtisch!“ So gewöhnlich ihre Antwort. Dorthin zog ich mich gerne zurück, faltete im Geheimen kleine Blättchen und heftete sie mit einem Klammeraffen zusammen. Darauf schrieb ich Dialoge, kleine Geschichten voller Gedanken, die mich plagten, und illustrierte sie. Gemalt habe ich sehr gerne. Pferde waren mein Lieblingsmotiv.

Das Unterrichtsfach Deutsch mochte ich dennoch. Unser Lehrer Herr Twardowski war zwar überzeugter Genosse, aber er war freundlich, einfühlsam und gerecht. Einen Moment bitte, ich las doch ein Buch zu Ende und sogar mit Interesse: Schillers „Kabale und Liebe“. Eine Liebesgeschichte zwischen Luise, Tochter eines Stadtmusikanten und Ferdinand, Sohn eines adligen Präsidenten. Das gesellschaftskritische Drama endet mit dem Tod beider. Ende der 10. Klasse, im Jahr 1985, war dieses Buch sogar Thema meiner schriftlichen Abschlussprüfung im Fach Literatur, die ich mit „Sehr gut“ bestand.

Während meiner Ausbildung zur Fotografin (1985-1987) waren keine großartigen Texte zu bewältigen. Fachbezogene Lesestoffe, Aufgabenstellungen und Gerätebeschreibungen galt es zu verstehen und praktische Arbeit war gefragt. Wann fing ich an, Bücher zu lesen? Was brauchte es, um Interesse, Geduld und Konzentration zu entwickeln. Das Bedürfnis nach Ruhe und Alleinsein? Eine Lebenskrise? Dass man als Mutter während Kindererziehungszeiten zum Bücherwurm wird, ist höchst unwahrscheinlich. Oftmals fand ich kaum die Zeit, meine Fingernägel in einem Zuge zu maniküren. Waren dann die lieben Kleinen endlich einmal im Bett, fielen mir selbst fast die Augen zu.

Irgendwann suchte ich Lebenshilfe und fand sie in Büchern. Erst jetzt begriff ich, was sie bedeuten können. Begonnen habe ich vor vielen Jahren mit „Wurzeln, die uns Flügel schenken“ von Margot Käßmann. Ich war sehr angetan von einem Fernsehinterview mit ihr. Eines im Leben führt zum anderen und so folgten die Lutherbiographien von Heimo Schwilk und Heinz Schilling. Ein Buch über Erasmus von Rotterdam, mit dem Luther Streit gehabt hatte, von Stefan Zweig. Seine Art zu schreiben sprach mich derart an, dass ich seiner Reihe über Persönlichkeiten der Geschichte folgte: „Der Kampf mit dem Dämon; Hölderlin, Kleist, Nietzsche“. So gelangte ich in eine Welt des Verstehens, des Knüpfens von Zusammenhängen, des Denkens und in eine Welt der Kommunikation mit Menschen, die mir vorher fast verschlossen war und in der ich mich nun sehr wohl fühle.

An ein Buch denke ich ganz besonders gern: „Auf einen Stern zugehen“ von Heinrich Wiegand Petzet. Unser Freund Rolf Henrich gab es mir nach Gesprächen, die wir führten und nachdem er Aufzeichnung von mir zum Ahnen und Wissen und zu Kleists großem Bekenntnisbrief zu meiner Freude mit Interesse gelesen hatte. Er fand, das Buch wäre jetzt genau richtig für mich. Wenn ich es lese, dann wüsste ich, warum er es mir gegeben hat. Ein großartiges Buch. Es brachte mir Martin Heidegger und sein Denken in ganz eigener Weise nahe, berichtet von Begegnungen Heideggers mit Freunden und interessanten Persönlichkeiten seiner Zeit, erzählt von seinem Verständnis moderner Kunst. Hier ein Auszug aus „Die große Malerin“: „Im Porträt Rilkes (1906) sah er das ahnende Schauen der Malerin Paula Becker-Modersohns auf den jungen Rilke, der den Mitlebenden damals noch gar nicht offenbar sein konnte, weil erst in den Gedichten der Spätzeit sich bekundend.“ Das Buch von Petzet weckt Interesse, Heideggers Weg des Denkens zu folgen und somit selbst das Sein und die Sprache neu und tiefgründig zu betrachten. Reinhart und ich nahmen es mit an die Ostsee, lasen abwechselnd darin, lasen uns vor und sprachen darüber. Ein wunderbarer Urlaub, ganz sicher auch wegen dieses Buches.

Hätte ich meine Schwäche akzeptiert und nicht beharrlich versucht, sie zu verbergen, vieles wäre vielleicht leichter gewesen. Aber ist man als Kind innerlich gefestigt genug, offen zu seinen Schwierigkeiten stehen zu können?

Ein jegliches hat seine Zeit…

„Was liest du?“ Reinhart kommt ins Schlafzimmer. Meistens bin ich längst im Bett, wenn er sich entschließt, schlafen zu gehen. „Die Verzauberung der Welt“ antworte ich. Ein Buch von Jörg Lauster, das ich von unserer Tochter zu Weihnachten bekommen habe. „Ach, immer noch!“ „Ja, immer noch!“ Denn: Ein Schnellleser bin ich bis heute nicht. Schwierige Texte brauchen ihre Zeit. Inzwischen kann ich offen zugeben, dass ich manches nicht verstehe und stelle fest, dass ich damit nicht allein bin. In meinen Freunden und meinem Mann Reinhart, allesamt Akteure unseres Blogs, habe ich Partner gefunden. Mit denen man ein gutes Gespräch führen kann, etwa im Sinne des Aufsatzes von Christoph über den Götterboten Hermes, übrigens hier im Blog. Denn die Grundlagen, angstfreie Sympathie und Interesse aneinander, sind vorhanden und ganz wichtig: Die gemeinsame Freude am Denken und Schreiben.

Schulheft, 6.Klasse

DIE VIRENKÖNIGIN

Ein Interview von Karl-Ludwig von Klitzing

„Hallo, guten Tag. Ich bin fast achtzig Jahre alt, Corona-Risikopatient. Ich habe gehört, Sie seien der König der Viren.“

„Ja. Hallo. Ich wünsche ebenso einen guten Tag. Ja, ich bin Virenkönigin in einem Matriarchat. Wir sprechen uns grundsätzlich mit einem Du an. “

„Okay. Sind Viren überhaupt regierbar?“

„Alles ist regierbar, wenn eine Würde vorhanden ist.“

„Haben Viren eine Würde?“

„Die Würde in der Natur verteilt doch niemand danach, wie weit seine Augen sehen können. Viren, Bakterien und Pilze sind Geschöpfe Gottes oder der Evolution. Es ist der Mikrobereich. Hier hat jeder seine Daseinsberechtigung wie in der Serengeti das Großwild.“

„Noch vor fünfzig Jahren zählten Mäuse, Ratten, Spatzen und Krähen zu Schädlingen in der Natur. Andere Geschöpfe, wie Schwalben, Störche oder Schwäne zum Beispiel, galten als nützlich.“

„Ja, typisch Mensch. Über die Natur urteilt ihr ausschließlich nach eurem Vorteil. Zum Glück ist das nun im Fluss. Wir Viren zum Beispiel sind komplexe und vielseitige Wesen, gehören aber aus eurem Blickwinkel noch nicht einmal zu den Lebewesen. Was ist das nur für eine enge Sichtweise. Ohne Führung? Ich weiß nicht.“

„Gott hat Adam aus Lehm geformt und ihm Leben eingehaucht. Eva hat er aus einer seiner Rippen geschaffen.“

„Wer es glaubt, wird selig. Wir Viren postulieren: Am Anfang waren die Viren. In dem großen Gen-Puzzle der Menschwerdung sind wir ursprünglich und sehr, sehr aktiv dabei. Nach gut zwei Milliarden Jahren gab es endlich den ersten Menschen. Und unser Zauberwort heißt nach wie vor Mutation.“

„Also vorne Gott und die Viren in zweiter Pole-Position gleich dahinter?“

„Wir Viren waren dabei, als der Lehmmensch zu Fleisch und Blut geworden ist. Ein sehr großer Anteil eurer Erbmasse ist von uns: Virus- Genmaterial.“

„Das bedeutet für mich: Vollkommener Paradigmenwechsel. Galt doch bisher: Jegliches Zeichen von Euch: Achtung, Viren, hochtoxisch!“

„Ja, und die Parole für uns: Hallo, menschliche Gene. Es sind Kinder aus unserer Werkstatt! Damit gehört ihr zum Ökosystem. Wir schützen euch vor anderen Viren, vor Bakterien und Pilzen.“

„Ich hatte gerade gelesen: Ein Salamander ist jetzt nach 289 Millionen Jahren aus getautem Permafrost geborgen worden. Erlegen ist er damals einer Vireninfektion.“

„Ja und? Jede Mutation kann ein Schritt in einem riesigen Prozess sein. Hier wird ein Lebewesen in das große Gefüge der Natur eingepasst. Nicht kompatibles Genmaterial wird zerstört und recycelt. Die Ordnung ist wieder da. Neues Leben kann entstehen.“

„Auch die wunderbar beseelte Trennung zu Mann und Frau?“

„Die X- und Y-Chromosomen? Ja. Ganz wesentlich. Ein anspruchsvolles Zufallsprodukt im Genlabor.“

„Und was ist großes Ziel überhaupt?“

„Naturschutz. Wir Viren gehören zu der großen Kraft, die auf der Welt das Innerste zusammenhält. Mit anderen Worten: Wir schützen das Ökosystem.“

„Und warum nun eine Königin?“

„Ganz einfach: Das beste Gen wird automatisch König. Unsere Mutter Erde aber liebt das Matriarchat: Alle Wesen sind gleichwertig. Ein Leben in Harmonie ist das Credo. Keine Kriege. Auch der Ärmsten nimmt man sich an.“

„Ganz schön viel Poesie.“

„Ja, Poesie als die einzige wahre Richtung. Wie wenig wisst Ihr eigentlich von der Welt? Ihr Menschen seid doch einfach nur ziellos. Die große Masse Mensch folgt einem Leben in stiller Verzweiflung, und den wenigen Wissenden fehlt die Hand für die große Ordnung. Ihr seid zu klug, um armselig dahinzudämmern.“

„Bedeutet das ein Startschuss für die Viren: Achtung – eine Mutationslücke in Sicht!“

„Nein, nicht der Startschuss. Aktiv weiter. Wie von Anfang an. So lange schon, wie es uns gibt, wie wir gestalten – seit 3,8 Milliarden Jahren.“

„Wir Menschen führen uns im Ökosystem schlimmer auf als eine Horde Affen in einem Käfig, stimmt´s?“

„Volle Bestätigung. Leider.“

„Und das bleibt natürlich nicht unbestraft.“

„Natürlich sagst Du, also Zurechtweisung von der Natur. Und das wiederum ist unsere Aufgabe. Vielleicht retten wir, die Viren, die Erde vor Eurem patriarchalen Zerstörungsdrang. Hoffentlich!“

„Also Vernichtet ihr die Menschheit?“

„Nein. Keinesfalls wollen wir das. Ihr Menschen seid doch unser, der Viren höchstes Gebilde. Vielleicht reicht ja das Matriarchat. Eine gesunde Alternative zur aggressiven Testosteronregentschaft.“

„Okay.“

„Die Überzahl an Menschen im Makrobereich gereicht den Viren zu einer explosiven Vermehrung im Mikrobereich. Und sehr viele Viren bedeutet sehr viel RNS. Ein riesiges Mutationsangebot. Damit vielleicht sogar neue RNS. Jetzt, in unserer Corona-Zeit, sind wir für euch hochinfektiös und gefährlich. Vordergründig aber halten wir euch doch nur den Spiegel vor.“

„Wieder okay.“

„Zur Pandemie habt ihr es eskalieren lassen. Nicht wir. Wer verteilt uns denn über den gesamten Erdball – und zwar wissentlich! Allein könnten wir Viren das gar nicht, haben wir doch weder Arme und Beine noch Flügel.“

„Ich gestehe, Regierung und Volk sind unfähig, wissenschaftliche Kenntnisse umzusetzen. Die würdelose Masse der Menschen und dann dieses holprige, inkonsequente Demokratiegeplapper. Es ist einfach unerträglich und äußerst gefährlich. Zeiten von Kopernikus lassen grüßen: Für viele dreht sich die Sonne immer noch um die Erde.“

„Uns Viren kommt das gelegen. Wir sehen die Chance, euch wieder in die ökologische Mitte zurückzuholen. Allerdings, die künstliche Intelligenz wird uns zuvorkommen. Bisher jagten Hirnaktivitäten und Mutanten milliardenfach durch die Zeiten. Jedoch, regiert die von euch Menschen gemachte künstliche Intelligenz, werden diese unendlich vielen Zufälle steuerbar, weil berechenbar. Damit kommt die hochsensible Weltordnung in Gefahr, ihre Balance zu verlieren.“

„Nun wollen wir Menschen euch mit der Impfung auch noch auf eine unterkritische Menge reduzieren.“

„Bisher sind wir euch damit stets zuvorgekommen. Die Chance, die ihr im vorgehaltenen Spiegel erkennen konntet, habt ihr ja nicht wahrgenommen. Die Antwort von uns, den Viren: Korrektur am Wesen der Menschheit und damit ein Zurück zur strengen Beachtung des ökologischen Gleichgewichts. Eure Vernichtung ist überhaupt nicht das Ziel, seid ihr doch die Krönung unserer Prägung. Nur, eure Hirne. Sie haben keine Ahnung von der Klugheit eurer Gene. Wie sollten sie auch.“

„Majestät, ich danke vielmals für das versöhnliche Gespräch.“

Und wie geht’s Dir?

Ach graue Zeit,
ach grauer Tag,
ach einsam Herz,
ach Sehnsuchts Schmerz -
Ach träger Geist, ach träges Haupt,
was muss gescheh'n, dass du nur glaubst,
dass auch das Grau bald wieder schwindet,
die Hoffnung sich ans Morgen bindet?
Dich triffst mit Freunden zum Glas Wein,
verlässt ganz zweifellos dein Heim,
tust einfach, was dein Herz begehrt,
ohne Bedenken, unbeschwert.
Oft ist's Alleinsein mir willkommen,
will Mensch und Welt zuweil' entkommen.
Mich sammeln, in mir neu gestalten,
was mich bewegt für mich erhalten.
Wenn's mir gelingt, bedeutet's morgen,
bezwungen Elegie und Sorgen.
Fehlt mir der Funken, dann bleibt's grau,
kein Keim, kein Tröpflein Morgentau.
In Angedenk gelebter Jahre,
jedoch ich Zuversicht bewahre.
Die Zeit lässt Finsternis vergehen
und Licht und Dasein fortbestehen.
Drum sei getrost, geplagte Seele,
singst bald erneut aus voller Kehle.

Bettina Zarneckow

Corona-Lockdown 2, 01/2021

AKUTE GEFÄHRDUNG DER SEELEN UND DES SOZIALEN ZUSAMMENHALTS

Zu einem soeben erschienenen Buch und Wegweiser: Hans-Joachim Maaz, Dietmar Czycholl, Aaron B. Czycholl: CORONA-ANGST-Was unserer Psyche geschieht. Verlag Frank & Timme, Berlin 2021.(Euro 16,90)

Das Buch durchweht eine durch das Zeitgeschehen gesteigerte Verantwortlichkeit. Das sei für eine psychologische und psychotherapeutische Expertise selbstverständlich, könnte man einwenden. Aber hier tritt eine zur Tat gewachsene Erkenntnisweise ans Licht, die dem Diffusen, Dramatischen, Panischen und Verhüllten des bisherigen zehnmonatigen Corona Geschehens fundiert – fachlich Aufhellung und Paroli bietet. Mitten im drohenden Verlust menschen- sozial- und heilkundiger Öffentlichkeit und Beratung wird auch der Leser gerne zu diesen Diagnosen dreier erfahrender Psychotherapeuten greifen, dem die fachspezifischen Termini bisher fremd sind, wie dem Renzensenten. Maaz, Czycholl &Czycholl Jr. wollen etwas tun, indem sie dieses Buch für viele Leser auf die Reise schicken! – Denn was ist aktuell zu tun? Die Rückgewinnung der geistigen Souveränität des öffentlichen sachlichen Gesprächs. Man spürt, wie alle drei Autoren dessen desaströsen Verlust als Folge herrschaftlicher machtpolitischer Maßnahmen und Sanktionen wie eine Bürde mittragen, weil sie die Implikationen und Kränkungen für die seelische Gesundheit jedes einzelnen Menschen, aber vor allem für gesellschaftliche Kommunikation beobachten und tiefer beurteilen können. Die Begutachtungen richten sich im Einzelnen auf den schwer wiegenden Verlust der Kommunikation durch die Abstands-Hygiene-Alltagsmasken-Reglementierungen und Lockdowns. „Wir sind aufeinander angewiesen“, „Im Sinne der Kommunikationsfähigkeit sollte ein Gesetzgeber niemals zu der Überzeugung gelangen, ebendiese einschränken zu wollen. Denn die Kommunikation ist es, was bisher unser Leben geschützt hat“, entwickelt eindringlich der Kommunikationsanalytiker Aaron B. Czycholl. – Joachim Maaz stellt in seiner Untersuchung die Verhältnismäßigkeit der Zwangsmaßnahmen den psycho-sozialen Schäden gegenüber und beschreibt das Ausbrechen der Panikdemie.“Der Krieg gegen ein Virus ist nicht wirklich zu gewinnen, der Feind kann nicht vollkommen vernichtet werden. Wir müssen lernen mit der Bedrohung zu leben – wie schon immer seit Menschengedenken.“ Und für unser seelisch-soziales Immunsystem , das wir in der Psychotherapie Resilienz nennen, brauchen wir Frieden: zuerst mit uns selbst, um dann auch mit anderen friedfertig zusammenleben zu können.“ – Dietmar Czycholl geht den manipulativen Tendenzen von Phänomenen auf den Grund, die sich im Zusammenhang der Krise zeigten und von Anfang an auf tiefere Schichten der menschlichen Psyche ansetzen: Die Macht der Bilder, die Todesängste, das Böse, Worst-Case-Szenarien. „Der Kult, die Idolatrie des Corona-Götzen erzeugt Angst.“ „Wir sind in den hier dargestellten Darstellungen zu der Auffassung gelangt, dass die gesamte Wirklichkeitskonstruktion dieser Zeit eine Störung aufweist“,…..“Diese Störung ist eben keine Infektions-Pandemie, sondern eine Neurose, eine Störung, die auf schwersten ungelösten Konflikten beruht“. „Die neurotische Störung des gesamten Systems könnte demnach durch Bewusstwerdung der das System konstituierenden Individuen geheilt wird.“- Auf ein Zusammenwirken freier Geister aus den Wissenschaften vom Menschen kommt jetzt Vieles an. Das Buch ist eine Alarmierung unserer Bewußtwerdung in der Zuspitzung der Corona-Krise.

Manfred Kannenberg-Rentschler/ 17.1.2021

Gemeinsamkeiten der Populisten Donald Trump und Tiberius Gracchus

odernoch ist der Parlamentarismus nicht verloren

Der Präsident der USA Donald Trump hat 2020 die Wahl verloren. Trotz eines von ihm errechneten Vorsprunges von 400 000 Stimmen hat ungerechter Weise das amerikanische Wahlrecht und nicht das amerikanische Volk dem 78 jährigen Joe Biden den Sieg zum 46. Präsident der USA beschert. Am 20.1.21 soll Bidens Vereidigung erfolgen. Trump ist der Überzeugung, dass Joe Biden seine America-First-Politik beenden und damit die Verfassung der USA beschädigen wird.

Trump sieht das große Ganze und nicht irgendwelche Gesetze. Es geht um alle Amerikaner, die durch die Globalisierung gefährdet und deren Interessen durch eine nur von den Gegnern der USA verschrieene Politik der Abschottung gewahrt werden müssen. Die Kündigung des Pariser Klimaschutzabkommens oder der vorbereitete Abzug amerikanischer Truppen aus Afghanistan sollen stellvertretend für viele politische Entscheidungen des Präsidenten genannt werden, mit denen er die Verfassung der USA verbessert zu haben meint, zum Teil wohl auch hat und deren Vollstreckung nunmehr gefährdet ist. Es ist Gefahr im Verzuge und ich bin bereit, das ist die Botschaft von Donald Trump an das amerikanische Volk.

Trump bleibt nicht untätig. Am 2.1.21 hat er in einem einstündigen Ferngespräch den Innenminister von Virginia Brad Raffensperger angehalten, die für den Wahlsieg in Virginia fehlenden Stimmen zu finden, was zum Umkippen der Wahl Bidens führen soll. Raffensperger hat höflich abgelehnt. Dafür haben aber elf republikanische Senatoren angekündigt, einer Bestätigung der Wahl Bidens in der für den 6.Januar 2021 angesetzten Sitzung von Senat und Repräsentantenhaus zu widersprechen und gleichzeitig einen Untersuchungsausschuss zur Klärung der angeblich offensichtlichen Wahlmanipulationen zu beantragen. Das diskrete Telefongespräch mit Raffensperger vom 2.1.21 gelangte Wort für Wort in die Washington Post. Dieser Umstand, die Ankündigung der Senatoren, angebliche Überlegungen zur Einschaltung von Militär und eine Ankündigung der größten Demonstration aller Zeiten in Washington zeitgleich zur gemeinsamen Sitzung von Kongress und Senat am 6.1.21 haben nunmehr zu einem Aufruf aller noch lebenden zehn Verteidigungsminister an die Streitkräfte geführt, sich neutral zu verhalten. So ganz ungefährlich scheint den Herren die Lage doch nicht zu sein. Wir werden aufmerksam die weiteren Schritte des Präsidenten, der allerdings nach Meinung der sich stetig mehr irrenden Auguren lediglich die Präsidentschaftswahlen in vier Jahren – dann wäre er so alt wie Joe Biden es jetzt ist – durch Stricken an der Legende vom Wahlbetrug 2020 vorbereitet, sehr genau verfolgen.

Bis dahin will ich an die Geschichte eines anderen Populisten, auch wenn sie über 2100 Jahre zurückliegt, erinnern. Ihr unglückseliger Held ist der Volkstribun Tiberius Gracchus, der mit 29 Jahren (162 v.Chr. bis 132 v.Chr.), unter Anstiftung und Beihilfe erboster Mitglieder des Senates von Rom und ihres Anhangs, am Abhang des Capitols zusammen mit 300 Anhängern erschlagen wurde. Tiberius Gracchus stammte aus einer der reichsten und einflussreichsten Familien Roms, erinnert auch wegen seines Schicksals an die Kennedys in den USA. Sein 154 v. Chr. verstorbener Vater war Konsul, der Ehemann seiner Schwester Sempronia zerstörte im Jahre 146 v. Chr. im 3. Punischen Krieg Karthago.

Zwischen Trump und Gracchus gibt es Parallelen. Trumps Wahlsieg 2016 wird von Wahlforschungsinstituten auch mit seiner Wahl durch die weiße Arbeiterschaft, die ansonsten immer die Demokraten gewählt hatte, in Verbindung gebracht. Die Reallöhne der Arbeiter fielen geringer aus als die ihrer Väter in den 70er Jahren. Die Kohlegruben in den Appalachen, die Stahlindustrie im mittleren Westen und die Autofabriken entlang der großen Seen befanden sich in einem Niedergang. Einen vergleichbaren Niedergang erlebten zur Zeit von Gracchus die wehrfähigen Bauern Roms, die in den Legionen ihren Militärdienst leisten durften und die Grundlage für die Überlegenheit Roms gegenüber anderen Staaten bildeten. In den Augen seiner besiegten Feinde stand Rom als einzige Weltmacht zu Zeiten von Gracchus am Beginn eines goldenen Zeitalters. Denn es gab anscheinend nach dem Sieg im 3. punischen Krieg über Karthago (146 v.Chr.) keine ausländische Macht mehr, die von Rom mit seinen in Besitz genommenen Protektoraten ernsthaft gefürchtet werden musste. Die Bauernsoldaten waren in den vielen Kriegen Roms verarmt. Infolge ihrer kriegsbedingten Abwesenheit mussten sie die Bewirtschaftung ihres Landes vernachlässigen, so jedenfalls Theodor Mommsen in seiner Römischen Geschichte, Bd.2. Umso mächtiger wurden dagegen die großen Landbesitzer, die die Höfe der insolventen Bauern kauften und sie als Pächter oder Verwalter für sich arbeiten ließen. Besonders provozierend war, dass das in den vielen Kriegen erkämpfte Staatsland von den Aristokraten Roms, nicht selten mit Sitz im Senat, in Besitz genommen und durch Sklaven bewirtschaftet wurde. Deshalb plante Tiberius eine Bodenreform.

Tiberius Gracchus war ein vom concilium plebis für ein Jahr gewählter Volkstribun. Er konnte ohne Zustimmung des Senates Gesetze, also auch eine Bodenreform, durch diese Volksversammlung beschließen lassen. Es gab lediglich ein wohlweislich eingebautes Hindernis – den Kollegen Marcus Octavius, ebenfalls gewählter Volkstribun, der gegen jedes Gesetz sein Veto einlegen konnte. Marcus Octavius war der Mann der Großgrundbesitzer und tat, obwohl mit Gracchus befreundet, genau das. Der Antrag zur Bodenreform wurde damit hinfällig. Daran änderte auch nichts die Wiederholung des Antrages, Octavius blieb beim Veto. Gracchus versuchte alles, appellierte bei seinen Kollegen im Senat, dem er als Volkstribun angehörte, scheiterte auch dort. Nunmehr wandte er sich wieder an das concilium plebis. Auf seinen Antrag wurde sein Kollege und Freund Octavius als Volkstribun entpflichtet und von den Gerichtsdienern aus der Versammlung entfernt. Alles ein glatter Verfassungsbruch, weil Gracchus das weder hätte beantragen noch die Volksversammlung so hätte entscheiden dürfen.

Der Verfassungsbruch gefährdete das austarierte Machtverhältnis zwischen Senat und Volkstribun, der mit der ihm hörigen Volksversammlung, die Gesetze gegen den Senat erlassen konnte, quasi Regent wurde. Nicht genug damit, dem Verfassungsbruch musste ein weiterer folgen. Denn das auf ein Jahr wohlweislich begrenzte Volkstribunat endete demnächst. Für den Volkstribun galt das Verbot der sofortigen Wiederwahl. Dennoch stellte sich Gracchus zur Wahl – und wurde nicht gewählt. Im Gegenteil, ihm wurde nunmehr selbst von Befürwortern der Bodenreform nicht zu Unrecht vorgeworfen, Alleinherrscher werden zu wollen.

Ein Volkstribun durfte nicht körperlich angegriffen werden. Er trug deshalb keine Waffen. Dennoch umgab sich der vorsichtige Gracchus, dessen Amtszeit noch nicht beendet war, mit Anhängern, weil er um sein Leben fürchtete. Retten konnte ihn das nicht. Senatoren erkannten nach Scheitern der Wiederwahl Gracchus zum Volkstribun ihre Chance. Nach einer wilden und lautstarken Sitzung des Senates im Tempel der Treue nahe dem Capitol bewaffneten sich viele der Senatoren mit Stöcken und ähnlichem, verließen den Tempel und verfolgten, verstärkt mit allerlei Volk, Tiberius, der mit seinen Anhängern flüchtete. Am Abhang des Capitols stolperte Tiberius Gracchus und wurde mit 300 seiner Anhänger erschlagen, sein Leichnam wurde in den Tiber geworfen.

Die USA verfügen über ein intaktes parlamentarisches System, eine unabhängige Justiz und Verwaltung. Deshalb wird Joe Biden nicht scheitern und muss Donald Trump wohl sein Glück bei den nächsten Wahlen suchen, wenn er nicht vorher an sich selbst bzw. zu ehrgeizigen Staatsanwälten scheitert. Auch Gracchus, der von Mommsen als ruhiger, sensibler und nicht besonders ehrgeiziger Mann beschrieben wird, hätte wohl nicht den Weg des ihm durch die Ereignisse aufgezwungenen Versuches der faktischen Alleinherrschaft beschritten, sondern über ein Parlament nach heutigem Muster versucht, die Republik Rom zu retten. Ein Parlament, in dem sich alle wiederfinden, bei dem die Chance eines Interessenausgleichs in einem streitbaren und gleichzeitig geordneten Verfahren besteht. Ein parlamentarisches System, durch das ein Bürgerkrieg von über 100 Jahren und das Ende der römischen Republik unter dem Kaiser Augustus verhindert worden wäre.

Mir erscheint die Rolle des Verfassungsschutzes im Hinblick auf das parlamentarische System in Deutschland verdächtig und zerstörerisch. Wobei ich im Untergrund meines Herzen befürchte, ihm mit meinen Überlegungen zu viel der Ehre anzutun. Ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes, der in einem Hinterzimmer aus welchem Grund auch immer sitzt, verlässt die Kneipe und übersieht den in seinem Blut liegenden türkischen Inhaber, der gerade von zwei Rechtsterroristen erschossen worden war. Und wir sollen das glauben. Der Präsident des Verfassungsschutzes baut sich auf einem Podium selbstbewusst neben seinem Bundesinnenminister auf, verkündet vor der Presse wegen rechtsextremistischer Auffassungen die Überwachung des “Flügels” der AfD durch den Verfassungsschutz und droht der gesamten AFD in der Perspektive gleiches an.

Es geht dabei weniger um den fatalen Eindruck, dass die stärkste Fraktion der Opposition im Bundestag im Interesse der frohlockenden anderen Fraktionen klein gehalten werden soll. Auch weniger darum, dass im Bundestag bei brisanten Themen wie Integration und Einwanderung von den politischen Gegnern der AfD allzu gern einstimmig gesungen wird. Die Mitglieder der Bundestagsfraktion der AfD gerne als Nazis oder Störenfriede benannt werden, moralisiert statt diskutiert wird. Es geht auch nicht darum, dass mir die meisten Anwürfe der AfD wenig plausibel erscheinen.

Vielmehr geht es um die Glaubwürdigkeit unseres parlamentarischen Systems. Sie wird ausgehöhlt, wenn der Inlandsgeheimdienst Druck auf die auch aus Beamten und ehemaligen Berufsoffizieren bestehende Mitgliedschaft der AfD durch Androhung der Überwachung oder mittels Indiskretionen zu Verschlusssachen/Gutachten ausübt. Viele verlassen vorsorglich die Partei. Dieser erzieherische Effekt erweckt bei der politischen Konkurrenz Freude, selbst wenn sie wie der Ministerpräsident Ramelow von den Linken selbst einmal unter Beobachtung gestanden hat. Was einen akademisch geschulten und ehrgeizigen Bundessprecher, Mitglied des Europaparlamentes wie Herrn Prof. Meuthen zu einer masochistischen Wutrede auf dem letzten Parteitag der AfD 2020 in Kalkar veranlasst hat. Und zur rhetorischen Frage, ob es für manchen Abgeordneten der Bundestagsfraktion der AfD wirklich klug sei, so zu reden, wie sie im Plenum des Bundestages reden. Genau eine solche Frage sollte das Ende von Drohgebärden des Verfassungsschutzes bedeuten.

Wir benötigen keine Bewegungen, die keinen Ansprechpartner im Parlament haben. Und wir wollen die scharfe parlamentarische Auseinandersetzung. Wir benötigen keine außerparlamentarische Kontrolle durch einen Inlandsgeheimdienst, der sich in das politische Geschäft des Bundestagspräsidenten schön hintenherum einmischt. Wir wollen kein durch einen Inlandsgeheimdienst mitbestimmtes vormundschaftliches System, genau das können wir aus der deutschen Geschichte lernen.

Fazit an alle Kritiker des Parlamentarismus: Ich sage nur Winston Churchill

Reinhart Zarneckow

Ein Zwischenruf zwischen den Jahren

Die bevorstehende Zeit zwischen Weihnachten, Jahreswechsel und dem 6. Januar galt früher als „Heilige Zeit“. Ich erinnere mich noch, dass meine Mutter mit einer unnachahmlichen Mischung aus Schalk und Ernst in den Augen uns Kinder regelmäßig daran erinnerte, dass die in den 12 heiligen Nächten geträumten Träume in Erfüllung gehen und dass tagsüber keine Wäsche zum Trocknen aufgehängt werden darf. Seit altersher werden diese zwei Wochen gern als „Zeit zwischen den Jahren“ bezeichnet. Zwischen den Jahren – der Ablauf der Zeit ist aufgehalten, die Weltuhr macht sozusagen eine Pause, Atemholen ist angesagt, in Ruhe dürfen wir Kraft schöpfen.

Zwischen den Jahren – das erinnert mich auch an den Titel einer Zeitschrift, die junge Theologen nach dem 1. Weltkrieg in Deutschland herausgegeben haben und die sie „Zwischen den Zeiten“ nannten. Mit diesem Titel nahmen Karl Barth, Emil Brunner, Rudolf Bultmann und andere Bezug auf einen gleichnamigen Aufsatz, den der Thüringer Pfarrer Friedrich Gogarten kurz nach Kriegsende veröffentlicht hatte. Der hatte gespürt, dass viel mehr als nur eine militärische Niederlage geschehen, sondern dass eine alte Zeit unwiderruflich zu Ende gegangen war und eine neue noch nicht wirklich begonnen hatte. Mit schonungsloser Offenheit fragte er nun, ob unsere liebgewordenen Vorstellungen von der Wahrheit Gottes mit in den Strudel des Zusammenbruchs der alten Welt hineingerissen werden und was dann von ihnen übrig bleibt.

Ich will den Vergleich mit unserer Zeit nicht überstrapazieren, aber ein wenig ähnelt unsere Lebens- und Wirklichkeitserfahrung am Ende des Jahres 2020 dem, worüber Gogarten damals nachdachte, auch wenn scheinbar die Frage nach der Wahrheit unserer Vorstellungen von Gott nicht mehr die Hauptrolle spielt. Wie gesagt: scheinbar.

Unser Vertrauen in die Sicherheit des Bestehenden ist brüchig geworden. Wir spüren, dass nicht alles machbar ist. Politische Verantwortungs – und wissenschaftliche Erkenntnismöglichkeiten sind offensichtlich begrenzt und müssen sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen. Das ist damals wie heute der gefährliche Nährboden für Quergedachtes und für Verschwörungstheorien. Zum Glück entlädt sich deren negative Energie bisher eher lächerlich und jedenfalls nicht so militant und martialisch wie nach 1918. Dennoch sollten wir rechtzeitig an der Entgiftung dieses Nährbodens arbeiten, klug und besonnen, ehe er noch schlimmere Früchte hervorbringt.

Die Einsicht, dass wir zwischen den Zeiten leben, kann uns vielleicht zu dieser Klugheit und Besonnenheit helfen. Etwas mehr Gelassenheit und etwas weniger Hysterie würden uns gut zu Gesicht stehen. Sie wären damals übrigens auch den Herausgebern der genannten Zeitschrift zu wünschen gewesen, die sich leider nach wenigen Jahren nicht nur, aber überwiegend in einer Mischung aus Missverständnissen und Rechthaberei rettungslos zerstritten und entzweiten. Ein warnendes Beispiel.

Christoph Ehricht

Der Stern von Bethlehem

Bettina Zarneckow

Hat's einen Stern denn je gegeben,
in Bethlehem, vor langer Zeit?
Die Wissenschaft sucht's zu belegen,
der Glaube ist's der Christenheit.
Mein Herz verlangt nach der Geschichte,
's braucht nicht die Wissenschaft.
Das Christuskind im Weihnachtslichte,
Geborgenheit und Freude schafft.
Drum lass vom Größten dich umfangen,
viel größer als du je gedacht.
Die Wärme wird ins Herz gelangen,
der Glanz der stillen, Heilgen Nacht.

Lutherbibel 2017

Die Weisen aus dem Morgenland

1 Da Jesus geboren war zu Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: 2 Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten. … 7 Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, 8 und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr’s findet, so sagt mir’s wieder, dass auch ich komme und es anbete. 9 Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. 10 Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut 11 und gingen in das Haus und sahen das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. 12 Und da ihnen im Traum befohlen wurde, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem andern Weg wieder in ihr Land.

Vor einigen Tagen konnten wir eine für alle am Sternenhimmel sichtbare Planetenkonjunktion, große Konjunktion genannt, verfolgen. Die beiden Planeten Jupiter und Saturn kamen sich noch vor Heilig Abend besonders nah. Vom 16. bis 21. Dezember holte Jupiter Saturn ein. Wir erlebten die äußerste Annäherung der beiden Planeten seit 1623, so die Berechnungen von Astronomen. Zu sehen am abendlichen südwestlichen Himmel zusammen mit der zunehmenden Sichel des Mondes. Ich hab es beobachten können. Ein wirklich schönes Bild. Diese große Konjunktion, der Stern von Bethlehem also, der zur Geburt von Jesus den Weisen aus dem Morgenland den Weg gewiesen hat, ist dann wieder in dieser Nähe in 400 Jahren zu sehen.