Was ich dir sagen wollte

Gedanken gezügelt, Gefühle vergraben, 
dein Bild aus Sinnen und Herzen gedrängt.
Vernommene Worte, gelesene Zeilen 
in die Nacht des sanften Vergessens versenkt. 
Doch Herr über Sehnsucht wirst du nie sein. 
Gekonnt schreibt sie sich in Zeitlichkeit ein.
Leib, Seele und Geist sind entkräftet im Kampfe, 
erschöpft vom Leugnen und Bannen.
Werd' nichts mehr vergraben, nichts zügeln, versenken. 
Zärtlich und ewig will ich an dich denken.

Bettina Zarneckow

Blüten der Wirklichkeit

Welch' bezaubernde Möglichkeiten, 
wie sie so leicht durch den Kopf mir weh'n!
Was für ein Hoffen auf Wirklichkeiten,
die mit dem Herzen ich vor mir seh'!
Kennst du den Raum der Möglichkeiten,
in dem Gefühle die Sprache leiten -
sämtlicher Mut verzichtbar scheint -
uns das Gewicht mancher Worte eint?
Denk, was dir undenkbar ist.
Fühl doch, was deine Seele vermisst.
Mal dir in kühner Zärtlichkeit
Blüten ins Bild deiner Wirklichkeit.

Bettina Zarneckow

Lieb weiß, was Lieb war

Hinabsteigen will ich in die flimmernde See, 
den Hauch eines Schleiers auf meiner Haut. 
Ich spüre deinen Blick, wie er mir folgt, 
mich fesselnd erhebt und trägt. 

Sehnsucht umgibt mich, 
gleich Ranken des Weinstocks - Hoffnung und Elegie. 
Jedes Blatt dieser Reben ein zartes Wort, 
verzaubernder Klang unserer Liebe.

Schönste Gefühle, tiefes Verlangen 
hängen in vollen Trauben schwer und verheißend herab. 
Doch nichts, nichts als das Ahnen ihrer Süße ist's, 
was uns bleibt. 

Genießen - wie könnt ich das? 
Dem Tode nahe fühlt sich's an, ferne von dir zu sein. 
Nicht deine Zartheit, nicht deine Lippen - 
nicht warm deine Stimme zu fühlen. 

Nie mehr meine Sinne im Gleichklang mit deinen 
in unserer Welt zu bewegen. 
Doch was sich ähnlich ist, das fand sich 
und bleibt einander ewiglich.

Bettina Zarneckow