Wenn das Herz will, was es will

Gedanken - eingehegt, bitter bedrängt,
sie kreisen im Rinnen der Zeit.
In immer gleiche Muster gezwängt,
stirbt schleichend Lebendigkeit.

Jedes Wollen wird schal, seine Kraft unterliegt,
jedes Sinnen wird brüchig und vage.
Türmende Last die Seele trübt.
Grau scheinen kommende Tage.

Traurigkeit wird hinter Masken verborgen,
Ungesagtes schweigt still.
Ewiges Echo der eigenen Sorgen,
obwohl das Herz ausgehen will.

Doch stark ist der Mensch, du musst nicht verzagen!
Gib Unvermeidlichem Sinn.
Dann wird die scheinbare Grenze des Lebens
auf einmal ein Neubeginn.

Bettina Zarneckow

Des Trübsals Trost

Es ist nun Herbst, spürst du am Morgen; 
feucht kühl der Nebel dich umfängt.
Im Geiste sind dir viele Sorgen,
Melancholie dein Herz bedrängt.
Vertraust nicht mehr der Kraft der Sonne, 
die alles Dunkel je bezwingt -
glaubst nicht mehr an die Macht der Liebe,
die Welt für dich zum Funkeln bringt.
Doch unverhofft berührt dich Wärme, 
strahlt durch entblättertes Geäst.
Es ist die sanfte Hand des Freundes,
die Tage wieder blühen lässt.

Bettina Zarneckow