Wenn das Herz will, was es will

Gedanken - eingehegt, bitter bedrängt,
sie kreisen im Rinnen der Zeit.
In immer gleiche Muster gezwängt,
stirbt schleichend Lebendigkeit.

Jedes Wollen wird schal, seine Kraft unterliegt,
jedes Sinnen wird brüchig und vage.
Türmende Last die Seele trübt.
Grau scheinen kommende Tage.

Traurigkeit wird hinter Masken verborgen,
Ungesagtes schweigt still.
Ewiges Echo der eigenen Sorgen,
obwohl das Herz ausgehen will.

Doch stark ist der Mensch, du musst nicht verzagen!
Gib Unvermeidlichem Sinn.
Dann wird die scheinbare Grenze des Lebens
auf einmal ein Neubeginn.

Bettina Zarneckow

Es heilt die Zeit …

Bezaubernd lockte mich der Frühling, 
bot wirklich alles auf.
Erweckt aus winterlicher Stille, 
ward ich geküsst vom Lebenshauch. 

Vom Liebreiz der Natur umgarnt,
konnt' ich auf Wolken schweben.
Mich zog's voll süßer Leidenschaft 
des Sommers Glut entgegen. 

Doch unverhofft wurd' mir genommen,
was meine Seele sang.
Ein Mix aus dunkler Jahreszeit
war das, was nun erklang.

Auf ewig bleibt der Sommer fort?
Mein Herz verletzt und schwer. 
Kein Sinn für Unbesiegbarkeit,
kein Geigenhimmel mehr. 

Nur, ... Kummer nicht zeitlebens bleibt,
weil's Dasein neue Blüten treibt!

Bettina Zarneckow